Workshop des Hauses der Natur

Fotografen setzen Bäume im Kottenforst in Szene

Ippendorf. In einem Workshop des Hauses der Natur haben Fotografen die Bäume im Kottenforst in Szene gesetzt. Die Leitung hatten Paul Kornacker und Uwe Wuller vom Naturfoto-Treff Eschmar.

„Der Wald ist Chaos. Die Kunst besteht darin, ihn für sich aufzuräumen und sich auf ein Detail zu konzentrieren“. Mit dieser Leitlinie geben Paul Kornacker und Uwe Wuller die Marschrichtung durch den Kottenforst für die acht Teilnehmer ihres Naturfotografie-Workshops nach einer kurzen theoretischen Einführung im Haus der Natur vor. Beide sind langjährige Mitglieder des Naturfoto-Treffs Eschmar bei Troisdorf und verbringen wesentliche Teile ihrer Zeit in der Natur, um deren facettenreiche Schönheiten zu fotografieren.

Die Gruppe konzentriert sichauf die knorrigen Kopfbuchen

Der Versicherungskaufmann Wuller streift im Sommer oft schon frühmorgens um vier Uhr durch die Siegauen, und der pensionierte Biologe Kornacker reist mit seiner Kamera um den Globus – von den Anden über Südafrika nach Nepal. Im Kottenforst konzentriert sich die heterogene Gruppe aus Anfängern und Fortgeschrittenen auf die Strukturen der knorrigen weit über 100 Jahre alten Kopfbuchen. Ausgestattet mit Spiegelreflex- und Kompaktkameras, Objektiven mit Brennweiten zwischen 20 und 150 Millimeter und Stativen lernen sie, den Baum in Szene zu setzen. „Gut, dass es heute bewölkt ist und hin und wieder regnet. Das gibt satte Farben. Bei Sonne werden die Bilder überstrahlt. Die Sonne ist der Tod“, weiß Wuller.

Kollege Kornacker gibt den Teilnehmern des neunstündigen Workshops einen fundamental wichtigen Ratschlag: „Runter von der Augenhöhe. Um zum Beispiel Pilze, Pflanzen und Insekten richtig zu fotografieren, muss man sich auf den Boden legen.“ Für den engagierten Naturschützer ist das Fotografieren im Wald in Zeiten des Klimawandels besonders wichtig. „Wir müssen die Schönheiten der Natur festhalten, um für ihren Schutz zu sensibilisieren.“ Der 67-jährige wertet die „Fridays for Future“-Demonstrationen der Schüler als wichtigen Weckruf. „Wir sind dabei, unseren Planeten zu zerstören.“

Die Teilnehmer lernen daher vor allem, dass man auch als Fotograf in der Natur Gast ist und diese nicht stören oder gar zerstören soll, nur weil man ein bestimmtes Motiv fotografieren möchte. Wichtig sei es außerdem, dass man sich als interessierter Naturfotograf auch über seine Fotoobjekte im Vorfeld umfassend informiere. Kenntnisse über die Blütezeiten der verschiedenen Pflanzen und Erfahrungen mit dem Verhalten der unterschiedlichen Tiere seien von Vorteil. Auch sei der Zeitpunkt der Fototour durch den Wald entscheidend: Die Fotoprofis empfehlen entweder in den frühen Morgen- oder Abendstunden im Wald zu fotografieren – dann sei das natürliche Licht am besten.

Workshop kommt bei den Teilnehmern gut an

Der Workshop im Wald kommt bei den Teilnehmern gut an. „Ich lerne hier meine Kamera besser kennen. Ich fotografiere erst seit knapp zwei Jahren digital. Die neuen Kenntnisse kann ich gut für meine Reise nach Norwegen gebrauchen, wo ich viele Naturfotos machen will“, meint Marlis Arnhold. Auch Anne Schmoll ist voll des Lobes für die Tipps und Hinweise: „Ein wunderbar anregender Kurs. Gut gefallen hat mir auch die lockere Art der Leiter, überhaupt nicht schulmeisterlich.“