Hohe Ausfallquote bei den SWB

Forderung nach neuen Stadtbahnen für Bonn

Eine Straßenbahn auf der Kennedybrücke in Bonn.

Eine Straßenbahn auf der Kennedybrücke in Bonn.

BONN. Der Vorsitzende des Planungsausschusses der Stadt Bonn, Rolf Beu (Grüne), drängt angesichts der hohen Ausfallzahlen bei Bahnen und Bussen der Stadtwerke auf den Kauf neuer Stadtbahnen.

Wie berichtet, ist die Zahl der ausgefallenen Fahrstunden im ersten Quartal 2018 auffallend hoch im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Schon 2017 lag im öffentlichen Nahverkehr die sogenannte Leistungsquote – also das Verhältnis zwischen erbrachten Fahrstunden und ausgefallenen Stunden – deutlich niedriger als im Vorjahr. „Die Ersatzbeschaffung haben die SWB Verkehrsbetriebe genauso wie die für Linienausweitungen und Taktverbesserungen zusätzlich notwendigen Stadtbahnwagen in ihrer Finanz- und Beschaffungsplanung vorzusehen“, findet Beu.

Ohne Neuanschaffungen ergebe eine Verbesserung des Angebots keinen Sinn. Beus Vorschlag bezieht sich auf einen Ersatz für 13 Bahnen vom Typ K 5000, die weniger stabil gebaut sind als die der älteren Baureihe ab den 70er Jahren. Letztere arbeitet die SWB zu neuwertigen Bahnen auf. Diese Grundsanierung müsse kontinuierlich fortgeführt und beschleunigt werden, so Beu. Die Zahl der 26 neuen Straßenbahnen, die 2020 bis 2022 die bisherigen ersetzen sollen, sei „ausreichend bemessen“. Zuverlässigkeit sei das A und O bei Bus und Bahn, betonte Beu. Bei Bonner Bahnen sei die Taktdichte immerhin so groß, dass große Verspätungen die Ausnahme seien.

Bei der Suche nach neuem Fahrpersonal sieht Beu die SWB auf gutem Weg. Sie setzen auf ein neues Online-Bewerberportal. Rainer Bohnet, Vorsitzender des Verkehrsclubs Bonn, sieht eine „systemische Fahrzeugkrise“ der SWB und fordert ebenfalls eine Prüfung, ob bei den Stadtbahnen Neuanschaffungen notwendig sind. Schon jetzt müsse über den Verband Deutscher Verkehrsbetriebe erfragt werden, ob andere Unternehmen mit passenden Fahrzeugen aushelfen könnten, wenn es zu Problemen käme. Zugleich fordert der VCD, die Rheinuferbahn nach Köln in engerem Takt zu befahren. Die Linie 18 aus Brühl und Bornheim sollte nicht nur bis zum Hauptbahnhof, sondern bis zur Heussallee fahren, um Angestellte im ehemaligen Regierungsviertel den Umstieg zu ersparen.