Aktion in der Innenstadt

Flashmob für faire Bedingungen in Textilproduktion

Umgefallen: Mit ihrem Flashmob machen die Aktivisten auf Missstände in der Textilindustrie in Asien aufmerksam.

BONN. "Jetzt!", ruft ein Mann einer Gruppe von Aktivisten am Samstagmittag auf dem Bottlerplatz zu. Ein kurzer Pfiff aus der Trillerpfeife, Sekunden später liegen Menschen am Boden. Passanten bleiben stehen und bestaunen die Szene.

Nach einer Minute stehen alle auf und gehen weiter. Die Protestaktion ist vorbei. "Mit diesem Flashmob möchten wir auf die Missstände in der Textilindustrie in Fernost aufmerksam machen", so Simone Thöne, Sprecherin der Bonner Gruppe von Terre des Hommes.

Im Rahmen der Bonner Fairen Woche 2014 informierten ihre Organisation und Vertreter der Vereine Femnet und Transfair mit einem Informationstag über die Bedingungen in der Textilproduktion in Asien. Höhepunkt war der Flashmob aller Gruppen, zu dem die Veranstalter aufgerufen hatten.

Femnet verwies auf den vom Verein herausgegebenen Bonner Einkaufsführer. "Wir listen dort Bonner Unternehmen auf, die Kleidung aus fairer und ökologischer Produktion verkaufen. Es ist eine Orientierungshilfe, mit der wir auch an Schulen gehen. Gerade bei jungen Leuten müssen wir das Bewusstsein für dieses Thema wecken", so Femnet-Vorstandsvorsitzende Gisela Burckhardt. Tina Waldt von Transfair stimmte zu: "Jugendliche sollten über entsprechende Bildungsveranstaltungen informiert werden. Nach wie vor fehlt hier Transparenz."

Infolge schlechter Arbeitsbedingung kam es in den vergangenen Jahren in asiatischen Textilfabriken zu schweren Unfällen. "Gerade der große Brand vom April 2013 bei Dhaka in Bangladesch mit über 100 Toten zeigt uns, welche Auswirkungen unsere Konsumentscheidungen in anderen Teilen der Welt haben können. Es hat sich zwar seitdem viel getan. Brandschutzabkommen oder Überprüfungen der Gebäudesicherheit wurden unterzeichnet.

Aber bestimmte Gruppen kann man in unserer Gesellschaft für den Kleiderkauf nicht erreichen", so Burckhardt. Dazu Thöne: "Man weiß eigentlich, wenn man eine Jeans für neun Euro kauft, dass Ausbeutung dahinter stecken muss. Man nimmt es jedoch billigend in Kauf. Wir wollen mit dem Aktionstag Möglichkeiten aufzeigen, wie der Einzelne an seinem Konsumverhalten etwas andern kann."