Erzbistum Köln

Flüchtlingsboot des Kölner Doms kommt ins Haus der Geschichte

Das Flüchtlingsboot segnet Kardinal Woelki am Ende einer langen Reise durch das Erzbistum in der Kirche St. Elisabeth.

Das Flüchtlingsboot segnet Kardinal Woelki am Ende einer langen Reise durch das Erzbistum in der Kirche St. Elisabeth.

Bonn. Das Flüchtlingsboot des Erzbistums Köln geht im Haus der Geschichte in Bonn vor Anker. Rainer Maria Kardinal Woelki verabschiedete das Boot mit einer Festmesse in Sankt Elisabeth.

Passend zum Start der Weltklimakonferenz ist das Flüchtlingsboot aus dem Kölner Dom am Ende seiner Reise angekommen. Seit Montag vergangener Woche stand es in Sankt Elisabeth und verband mit einer mehrstufigen Ausstellung die Themen Flucht und Klimawandel. Am Sonntagnachmittag verabschiedete Rainer Maria Kardinal Woelki das Boot mit einer Festmesse, musikalische Begleitung von den Chören Queerbeet und Bonn a capella.

Bei dem Pontifikalamt zeigte sich Woelki „unendlich dankbar“ für die Wirkungsgeschichte, die das Boot entfalten konnte. Er hofft, dass es im Haus der Geschichte nicht zu museal behandelt wird. „Es muss weiter auf den Pelz rücken.“ Zusammen mit Misereor forderte der Kardinal die Teilnehmer der Klimakonferenz auf, aktiv zu werden, um mit dem Klimawandel eine zentrale Fluchtursache zu bekämpfen.

Vor einigen Jahren hatte die maltesische Armee das Boot während bei eines Rettungseinsatzes beschlagnahmt. Im Mai 2016 holte das Erzbistum das 800 Kilogramm schwere und sieben Meter lange Holzboot nach Köln. Bis zu 100 Menschen sollen in solchen Booten Platz finden, um von libyschen Schleusern über das Mittelmeer geschickt zu werden. Große Aufmerksamkeit erlangte das Flüchtlingsboot 2016 als Woelki das Boot als Altar für die Fronleichnamsmesse auf dem Roncalliplatz nutzte. Ab November 2016 wurde das Boot durch die Diözese geschickt. An jeder Station wurde mit unterschiedlichen Aktionen auf das Thema Migration aufmerksam gemacht. Die Kirche St. Elisabeth in Bonn bildet die letzte Station der Reise, bevor das Boot diesen Montag ins Haus der Geschichte gebracht wird.

Dort ist es künftig Teil der Dauerausstellung. In der St. Elisabeth-Gemeinde wurde das Boot von der Ausstellung „Auf und davon: (un)freiwillig unterwegs?“ eingebunden, die noch bis 19. November zu sehen ist. Zusätzlich gab es Jugendworkshops oder Taschenlampenführungen, in die das Flüchtlingsboot integriert wurde. Knapp 12.000 Besucher kamen in der vergangenen Woche in die Elisabethkirche, um sich das Boot und die Ausstellung anzuschauen.

Bereits Samstagabend hatten die evangelische Friedenskirchengemeinde und der katholische Pfarrverband Bonn zu einem Friedensgebet der Religionen am Flüchtlingsboot eingeladen. Sowohl das Friedensgebet als auch die Messe am Sonntag waren „official climate partner“ Veranstaltungen der Klimakonferenz.