Ausstellung in der Bonner Altstadt

Flüchtlinge stellen Kunstwerke in Bonn aus

Hijratullah Azizi und Wasim Hamidi: Sie sind glücklich, nicht als Flüchtlinge, sondern als Künstler wahrgenommen zu werden.

Hijratullah Azizi und Wasim Hamidi: Sie sind glücklich, nicht als Flüchtlinge, sondern als Künstler wahrgenommen zu werden.

Nordstadt. Das Frauenmuseum in Bonn gibt Flüchtlingen Raum für eigene Kunstwerke. In den Werken geht es um Herkunft, Geschichte und den eigenen Namen.

Flüchtlingen einen Zugang zu Kunst, Kultur und der eigenen Kreativität öffnen: Das ist Ziel des Projektes „Kultur macht stark“ des Bundesministeriums für Bildung und des Verbands Bildender Künstler, in dessen Rahmen die Bonner Künstlerin Sidika Kordes mit acht Flüchtlingen aus der Ermekeilkaserne und der ehemaligen Poliklinik ein Kunstprojekt veranstaltet hat. Von November bis Dezember arbeiteten sie an ihren Kunstwerken, die seit Samstag im Frauenmuseum ausgestellt werden.

„Wir haben hauptsächlich mit Linoleum-Druck gearbeitet. Jeder sollte darstellen, was ihm wichtig ist. Herkunft, Geschichte oder den eigenen Namen“, erklärte Kordes. So zeigt ein Druck das Wort „Frieden“, andere Teilnehmer nahmen Smartphone-Bilder als Vorlage. Wasim Hamidi aus Afghanistan schrieb mit schwarzer Farbe den Spruch „Keine Straße ist lang mit einem Freund an der Seite“ auf sein Bild.

Besuch in den Wohnheimen

Mit der ehrenamtlichen Helferin Ulrike Rößle und einem Übersetzer besuchte Sidika Kordes die jungen Leute in den Wohnheimen. Bei 14 Treffen entstanden die Werke der acht Flüchtlinge. „Man sieht, dass sie stolz sind auf ihre Arbeiten und darauf, nicht als Flüchtlinge, sondern als Künstler gesehen zu werden“, fand Kordes. Neben dem praktischen Arbeiten wurden auch gemeinsame Exkursionen in die Museen der rheinischen Kulturlandschaft unternommen. „Mein Ziel ist, den gegenseitigen Respekt zu fördern, weil man die Chance bekommt, den anderen anders zu sehen“, so Kordes.

Die Ausstellung zeigt neben Drucken und Zeichnungen der Flüchtlinge auch Fotos vom gemeinsamen Arbeiten und den Ausflügen. „Integration besteht nicht nur darin, Deutsch zu lernen. Es gehört auch dazu, alles kennenzulernen, Nachbarn, Stadtteile – und vor allem Kultur“, sagte Coletta Manemann, die städtische Integrationsbeauftragte. Die Ausstellung ist noch bis Samstag, 23. Dezember, Im Krausfeld 10, zu sehen.