Ortszentrum in Dottendorf

Five Senses begeisterte vor vollem Haus

Jazz im Ortszentrum Dottendorf: Die Musiker von Five Senses haben sich für ihr Jubiläumskonzert eine Spielstätte ausgesucht, die sie kennen. Die Dottendorfer dankten es ihnen mit Begeisterung.

DOTTENDORF. Wenige Minuten vor dem Konzert begann das Stühlerücken im Ortszentrum Dottendorf: Mehr Besucher als in den großen Saal reinpassen, wollten am Donnerstagabend dabei sein, als die Bonner Band "Five Senses" ihr Konzert zum 20-jährigen Bestehen spielte.

Schon mehrmals waren die fünf Musiker bei der Dottendorfer Jazznacht aufgetreten, daher war der Jubiläumsgig ein kleines Heimspiel für Sängerin Judith Koch, Bassist Robert Fontani, Gitarrist Frank Petersen und Claus Schulte am Schlagzeug sowie Herbert Kaupert am Keyboard.

Die Songauswahl für solch einen Abend fiel der Jazzformation sicherlich nicht leicht, reicht ihr Repertoire doch von Latin-Jazz über Pop-Jazz bis hin zum Soul und umfasst unzählige Jazz- und Soulinterpretationen verschiedenster Klassiker der Musikgeschichte. Bei der Zusammenstellung der Setlist beschränkte sich die Band daher auf die ganz persönlichen Top-Five-Listen der Mitglieder: "Heute spielen wir eine Reihe unserer Lieblingslieder, die uns am Herzen liegen", kündigte Judith Koch nach der Eröffnung mit dem Dionne Warwick-Klassiker "Walk on by" an.

Ein Jubiläumskonzert ist oft auch sehr stark mit Erinnerungen verbunden und so blickte das Quintett immer wieder zurück auf Stationen ihrer Bandgeschichte. Bei "Got to get you into my life" erinnerte sich Judith Koch an eine Demo-CD mit besagter Nummer, die sie vor zehn Jahren von Fontani mit dem Vorschlag bekommen hatte, doch einmal bei der Band vorzusingen.

So wurde Judith Koch 2004 die Frontfrau der Five Senses. Tastenmann Kaupert blickte vor "Good Morning Star-shine" auf die Anfangszeit der Band und seine erste Begegnung mit Petersen im Jahr 1994 zurück. So bekamen die Besucher des Jubiläumskonzertes an nur einem Abend den gesamten Soundtrack der Bandgeschichte zu hören, die kurz nach der Jahrtausendwende einen ihrer Höhepunkte erlebte, als sie einen Wettbewerb der Offenen Bühne im Bonner Kammermusiksaal gewonnen hatte.

In der aktuellen Besetzung spielen Five Senses seit etwa zehn Jahren. Doch nicht nur personell, auch musikalisch hat es im Laufe der vergangenen 20 Jahre große Veränderungen gegeben: "Wir haben soft angefangen, später wurde es immer intensiver", blickt Fontani zurück, der ebenso wie Petersen und Kaupert Gründungsmitglied der Band ist.

Nachdem man sich dem Soul der 60er und 70er Jahre und dem Latin-Jazz intensiv widmete, steht heute allgemein das Verjazzen von Stücken, die eine Rockmusik-Struktur aufweisen, im Mittelpunkt. Bei ihren Konzerten lädt sich die Band regelmäßig Gastmusiker ein, oftmals sind es feste Größen aus der Bonner Jazzszene wie zum Beispiel Thomas Heck, Saxophonist in der Bonner Bigband.

Beim Jubiläumskonzert in Dottendorf bekamen die Five Senses gleich dreifache Unterstützung: Esther Oberle, Helga Lukas und Deborah Rosanivo, allesamt Mitglieder im Bonner Jazzchor, trugen zu einem voluminösen Hintergrund bei einem sehr gelungenen Rückblick auf 20 Jahre Bandgeschichte bei.