Kinodreh in Bonn

Filmset im Hofgarten zieht Aufmerksamkeit auf sich

Bonn. Sönke Wortmann filmt mit Nilam Farooq und Christoph Maria Herbst an der Universität in Bonn. Über den Inhalt der Produktion hüllt man sich weitgehend in Schweigen.

Sönke Wortmann liebt es, in Bonn Filme zu drehen: Nachdem er einen Pizzafahrer für „Der Vorname“ im vergangenen Jahr durch die schönsten Straßen der Stadt fahren ließ, was nur der Auftakt für alle möglichen Verwicklungen war, arbeitet er nun wieder hier. Ein Team von 40 Leuten dreht die nächste Komödie, bei der auch zahlreiche Komparsen aus Bonn mitspielen – in und rund um die Universität. Wer allerdings einen Blick auf die Dreharbeiten werfen will, wird keinen Erfolg haben: Es handelt sich um ein geschlossenes Set, bei dem kein Außenstehender Zugang hat. Überhaupt verrät die Firma Constantin noch nicht viel über den Inhalt und die Ausstattung der Leinwandgeschichte.

„Ich habe noch keinen abschließenden Filmtitel“, sagt Produzent Tom Spieß auf GA-Anfrage. Sieben Tage, noch bis zum Wochenende, drehe man in Bonn. Als die einzigen Schauspieler seien Nilam Farooq und Christoph Maria Herbst, der auch schon im „Vornamen“ mitspielte, vor Ort. Laut Spieß sind 22 Drehtage in Nordrhein-Westfalen veranschlagt, weitere unter anderem in Frankfurt und Berlin. „Wir haben mit Bonn nur die besten Erfahrungen gemacht“, sagt der Produzent. So sei es auch Wortmanns Wunsch gewesen, in der Stadt und ihrer Universität zu drehen.

Wie berichtet, gab es Anfang Juni ein Komparsencasting auf dem Campus Poppelsdorf. 2500 Leute wurden gesucht, um den ganz normalen Unialltag in den Hörsälen nachzustellen. Spieß sagt übrigens, dass diesmal nicht die deutsche Eins-zu-eins-Fassung eines französischen Kinohits – wie beim „Vornamen“ (Original „Le Prénom“) – entstehen soll. Beim Casting war noch davon die Rede „Le Brio“ („Die brillante Mademoiselle Neïla“) zu adaptieren. Die neue Produktion soll im Oktober 2020 in die Kinos kommen.

Der heute 59-jährige Wortmann wollte eigentlich eine Fußballkarriere anstreben. Dem Sohn eines Bergmanns fehlte dafür allerdings der Ehrgeiz. So kam er über Zwischenstationen zu einem Regiestudium in München. Erster Kinofilm war „Allein unter Frauen“ (1991). Zu seinen bekanntesten Arbeiten gehören Kleine Haie (1992), zwei Jahre später „Der bewegte Mann“ und 2003 „Das Wunder von Bern“.

Nilam Farooq (29) stammt aus Berlin, interessierte sich mit 14 Jahren schon für die Schauspielerei. Seit 2006 ist sie im Fernsehen zu sehen, von 2013 an ermittelte sie bei der Soko Leipzig. Der Wuppertaler Christoph Maria Herbst machte zwar eine Bankausbildung, versuchte aber parallel, in der Theaterszene Fuß zu fassen. Im Fernsehen kam der Durchbruch des 53-Jährigen mit „Ladykracher“ und „Stromberg“. Zu seinen unzähligen Kinorollen gehört „Er ist wieder da“.