Festspielhaus

Festspielhaus: Post will nicht allein zahlen

Nach dem Ausstieg von Postbank und Telekom steht sie aber weiter zu dem Projekt.

Bonn. Die Deutsche Post steht weiter zum Festspielhaus-Projekt in Bonn, wird einen Neubau aber nicht allein finanzieren. "Unsere Zusage gilt unverändert", erklärte Postsprecher Dirk Klasen am Dienstag.

Der Dax-Konzern wolle sich maßgeblich an der Finanzierung eines Konzerthauses beteiligen, wenn dessen Architektur und Akustik Weltklasseformat garantierten. Nach dem Rückzug von Telekom und Postbank gebe es im Postvorstand jedoch "keine neue Entscheidung, die Finanzierungsanteile der beiden anderen zu übernehmen", betonte Klasen.

Ursprünglich wollten Telekom und Post je 40 Prozent sowie die Postbank 20 Prozent der Kosten tragen, die je nach Ausführung zwischen 80 und 100 Millionen Euro liegen. Nach GA-Informationen wäre die Post weiter bereit, rund 40 Millionen Euro zu investieren.

Bedingung für ein Engagement sei, dass die Mehrheit der Bonner das Projekt befürworte, sagte Postsprecher Klasen. Auch die Standortfrage und das kulturelle Gesamtkonzept der Bundesstadt müssten erst geklärt werden.

Nachdem die Postbank am Montag ihren Ausstieg aus dem Festspielhaus-Projekt verkündet hatte, bekräftigte die Telekom am Dienstag ihren Rückzug. "Seit dem Moratorium im April 2010 hat sich nichts verändert", erklärte Finanzvorstand Timotheus Höttges. "Es ist in Bonn nach wie vor keine Begeisterung für ein Beethoven-Festspielhaus spürbar. Vor diesem Hintergrund werden wir uns nicht am Bau beteiligen."

Sollte ein neues Haus entstehen, werde sich das Unternehmen mit dem Programm auseinandersetzen und sich "gegebenenfalls als Programm- oder Festivalsponsor engagieren".

Die Sparkasse KölnBonn erneuerte ihre Zusage, fünf Millionen Euro für die geplante Betreiberstiftung eines Festspielhauses beizusteuern. "Dazu stehen wir", versicherte Pressesprecher Christian Schilling.

"Erschüttert" über den Ausstieg der Postbank zeigte sich Beethovenfest-Intendantin Ilona Schmiel. Jetzt müssten alle Protagonisten an einen Tisch. Sie sprach sich gleichzeitig gegen das Operngelände als Standort für ein neues Festspielhaus aus. Es dürfe keine bestehende Kultureinrichtung zerstört werden. Der Verein Fest.Spiel.Haus.Freunde forderte den Bonner Rat auf, noch im Herbst ein klares Bekenntnis zum Festspielhaus abzugeben.