Modernisierung in Bonn

Fertigstellung der Beethovenhalle verzögert sich

Schon wieder steht infrage, ob die Beethovenhalle rechtzeitig fertig wird.

Schon wieder steht infrage, ob die Beethovenhalle rechtzeitig fertig wird.

Bonn. Das Projekt Beethovenhalle kommt nicht in ruhigeres Fahrwasser: Schon wieder steht infrage, ob die Modernisierung des denkmalgeschützten Gebäudes rechtzeitig abgeschlossen werden kann.

Derzeit sei „keine belastbare Terminprognose möglich“, teilt Stadtdirektor Wolfgang Fuchs den Ratsmitgliedern in einer druckfrischen Informationsvorlage mit. Zwar hat das federführende Architektenbüro Nieto Sobejano Arquitectos aus Berlin im Juli einen Terminplan vorgelegt, der die weitgehende Fertigstellung bis November 2018 vorsieht (Umbau des Studios bis März 2019). Doch diese Planung scheint schon wieder Makulatur zu sein, wie in der Vorlage zu lesen ist. Zum einen enthalte der Terminplan „fachliche und technische Fehler“, heißt es dort. Außerdem sei zusätzlicher Zeitverzug, der auf das Konto der Architekten gehe, noch nicht eingerechnet.

Laut Stadtverwaltung sollen Ausschreibungsunterlagen im Zuständigkeitsbereich der Berliner zu spät fertig geworden sein, was Auswirkungen auf den Bauablauf habe. „Einige Vergaben befinden sich auf dem zeitkritischen Weg“, schreibt Fuchs. „Die Verzüge nehmen aktuell zu.“ Gegensteuerungsmaßnahmen würden von den Architekten „nicht im vorgeschlagenen Umfang angenommen“.

Die Stadt steht unter großem Zeitdruck, weil das Beethovenfest 2019 wieder in der Beethovenhalle stattfinden soll. Der Mehrzwecksaal muss zudem bis zum Beethoven-Jubeljahr 2020 „eingespielt“ werden. Schon im Juni hatte Stadtdirektor Fuchs das Architektenbüro öffentlich kritisiert und mit Schadenersatzklage gedroht, weil die Berliner plötzlich eine Sanierungsdauer bis Frühjahr 2019 angemeldet haben sollen. Nach mehreren Krisengesprächen kam dann zunächst die Entwarnung. Medienanfragen zur Beethovenhalle beantwortet das Architektenbüro nicht: Als Auftragnehmer brauche man dazu die Erlaubnis der Stadtverwaltung, die diese nicht erteilt habe, erklärte die Firmenleitung.

Zumindest die Spannungen unter den Projektbeteiligten scheinen nachgelassen zu haben. Die Atmosphäre sei jetzt „konstruktiv“, steht in der Mitteilungsvorlage. Das ist wichtig bei einer so komplizierten Struktur: Das Städtische Gebäudemanagement Bonn (SGB) als Bauherr hat für die Projektsteuerung die Firma Drees Sommer engagiert, während Nieto Sobejano Arquitectos als Objektplaner wirken. Für Ausschreibungen und Bauleitung setzt das Architektenbüro eine weitere Firma aus Hamburg ein. Die Kostenprognose für die Sanierung steht laut Mitteilungsvorlage derzeit immer noch bei rund 70 Millionen Euro.