Aktion des Vereins RAN!

Falkner begeistert Ferienkinder mit Greifvögeln

Ückesdorf. Falkner Pierre Schmidt hat mit seinen Greifvögeln die Ferienkinder des Vereins RAN! in Bonn-Ückesdorf begeistert. Uhu Elsa, Weißkopfseeadler Atlas und der Schwarze Wüstenbussard Medusa zeigten ihre Flugkünste.

Wenn Uhu Elsa mit ausgebreiteten Flügeln auf einen zugeflogen kommt, ist das schon ein eindrucksvoller Anblick. Einige der Kinder, die das Ferienprogramm „Greifvögel und Eulen“ des Vereins RAN! mitmachten, scheuten sich trotzdem nicht, den großen Vogel, der immerhin mehr als anderthalb Kilogramm wiegt, auf den Arm zu nehmen. Nachher schwärmten sie: „Ich wünschte, das wäre mein Kuscheltier“, sagte Pauline (10). Und für Felicitas (9) war der Uhu von allen Greifvögeln, die Falkner Pierre Schmidt am Donnerstag mitgebracht hatte, der schönste, „weil er so süß aussieht, wenn er fliegt, und so ein grimmiges Gesicht macht“.

Schmidt, der eine Falknerei und Auffangstation für verletzte Greifvögel in Erftstadt-Gymnich betreibt und international auch durch seinen Kinofilm als „Adlerflüsterer“ bekannt ist, war schon zum zweiten Mal nach 2017 zu Besuch. Er käme gerne wieder zu den Vereinsräumen am Carl-von-Ossietzky-Gymnasium, auf dessen Parkplatz die Flugshow stattfand, weil die Kinder so gut vorbereitet seien: Drei Tage lang hatte die pädagogische Leiterin Vera Goßmann mit ihren Helfern mit den 23 Teilnehmern am Ferienprogramm gemalt, gebastelt, Informationen rund um Eulen und Greifvögel zusammengetragen und mehr.

Deshalb wussten sie auch, woran man den Ger- vom Sakerfalken unterscheidet, dass der Wanderfalke der schnellste Vogel überhaupt ist und dass die Eulen deshalb so leise fliegen, weil ihre Federn abgerundet sind. Vier von ihnen hatten die Tiere auch schon im letzen Jahr aus der Nähe gesehen, die Schmidt mitgebracht hatte. Uhu Elsa war zum ersten Mal dabei, weil erst im März geschlüpft. Ganz angetan war Mattea (9) von Alaska, dem Weißkopfseeadler, den aber nur die Erwachsenen und die jugendlichen Helfer auf den Arm nehmen durften: Er wiegt immerhin 4,5 Kilogramm.

Der Schwarze Wüstenbussard Medusa war mit weniger als einem Kilogramm schon eher eine Gewichtsklasse für die Kinder. Im Wechsel durften sie alle mal den Lederhandschuh anziehen und ihm Futter bieten – und diesem Vogel so ganz nahe sein, für die Kinder ein großer Moment. Spaß hatten sie auch, als sie sich alle nebeneinander auf den Boden legen und ja die Hände und Köpfe unten lassen sollten: Denn Schmidt und seine Mitarbeiter ließen Medusa ganz tief im Gleitflug über sie hinweg schweben. Sie hatten außerdem eine Schleiereule mitgebracht.

Schmidts Mission bei solchen Terminen ist auch, den Nachwuchs für seine Arbeit und den Artenschutz zu begeistern – irgendwer müsse das weiterführen, sagte er. Yunus (7) hatte er erreicht. „Ich will auch Falkner werden, weil man da mit so vielen verschiedenen Greifvögeln zu tun hat.“