Fahrradkorso des ADFC Bonn/Rhein-Sieg

Fahrt der Stille für getötete und verletzte Radfahrer

Ride of silence: Vom Münsterplatz aus starten die Fahrradfahrer zur Fahrt der Stille.

Ride of silence: Vom Münsterplatz aus starten die Fahrradfahrer zur Fahrt der Stille.

Bonn. Mit einem Konvoi weiß gekleideter Radfahrer erinnerte der ADFC Bonn/Rhein-Sieg am Mittwoch an die 2017 verletzten und getöteten Radfahrer in Bonn und der Region.

Zum zweiten Mal beteiligten sich die Radler an diesem „Ride of Silence“, der weltweit am dritten Mittwoch im Mai stattfindet. In Bonn führte die Fahrt um 18 Uhr vom Münsterplatz zur Reuterstraße und zur Viktoriabrücke, wo zuletzt Radfahrer ums Leben kamen oder schwer verletzt wurden. 2017 kamen in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis drei Radfahrer ums Leben, sechs weniger als 2016, dafür stieg die Zahl der schwer verletzten auf 168 – 21 mehr als im Vorjahr. Vor allem Abbiegeunfälle sind für Radfahrer ein großes Problem.

„Zu häufig biegen Autofahrer ab und übersehen dabei die Radfahrer“, erklärte die stellvertretende ADFC-Kreisvorsitzende Satu Ulvi. „Die hohe Zahl von schwer verletzten Radfahrern sollte für die Politiker Grund genug sein, viel mehr Geld in sichere Radwege zu investieren. Auch die vom ADFC geforderten Pendlerrouten können einen Beitrag leisten, um Arbeitnehmern, Studenten und Schülern sichere Alternativen anzubieten.“ Ihr Appell an die Autofahrer: beim Überholen von Radfahrern mindestens 1,5 Meter Abstand einhalten: „Autofahrer können sich kaum vorstellen, wie bedrohlich es sich anfühlt, mit geringem Seitenabstand überholt zu werden.“