Kostensenkung bei Oper und Schauspiel

FDP hält an Sparziel im Bonner Kulturetat fest

Die Bonner Oper.

Bonn. Die FDP will an den Sparvorgaben im Kulturbereich festhalten. „Wir halten das grundsätzliche Ziel der Kostensenkung bei Oper, Schauspiel und Orchester aufrecht“, betont Fraktionschef Werner Hümmrich.

Die FDP will an den Sparvorgaben im Kulturbereich festhalten. „Das neue Actori-Gutachten zeigt recht radikale Maßnahmen auf, die das Angebot sicherlich erheblich einschränken würden“, erklärte Fraktionschef Werner Hümmrich in einer ersten Reaktion auf die Studie des Fachbüros, das im Stadtauftrag Sparmaßnahmen bis hin zur Schließung des Schauspiels beleuchtet hat. Hintergrund ist die Vorgabe der Jamaika-Koalition, 3,5 Millionen Euro ab dem Jahr 2023 zu streichen. Das Gutachten habe sich aber nicht mit Synergien durch Kooperationen befasst, so Hümmrich. Auch andere Maßnahmen – wie eine höhere Zahl von Gastspielen – könnten den Etat entlasten. „Insofern halten wir das grundsätzliche Ziel der Kostensenkung bei Oper, Schauspiel und Orchester aufrecht“, unterstrich Hümmrich.

Die Grünen äußerten sich vorsichtiger. Das Gutachten müsse mit kühlem Kopf abgewogen werden, betonen die kulturpolitischen Sprecher Ros Sachsse-Schadt und Tim Achtermeyer. „Die Qualität des Kulturlebens darf nicht so unter Sparmaßnahmen leiden, dass die Stadt ihr Profil verliert und ihren Bildungs- und Kulturauftrag nicht mehr erfüllt.“ Die Stadtverwaltung müsse zudem mit dem Land über die Bedingungen für Kulturförderung reden. Das Land erhöht seinen Zuschuss für Theater und Beethoven Orchester, verlangt dabei aber, dass die Stadt ihren eigenen Anteil nicht kürzt. Es wäre fatal, so die Grünen, „wenn klamme Kommunen auf zusätzliche Kulturförderung verzichten müssten, weil sie um Einsparungen im Haushalt nicht herumkommen“. Von der CDU gab es bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme.

Verschiedene Szenarien möglich

Die SPD will das Kostengutachten gemeinsam mit der Gebäudefrage diskutieren. Oberbürgermeister Ashok Sridharan schlägt vor, entweder Oper, Schauspiel und Werkstätten in Beuel instand zu setzen (130 Millionen Euro) oder im Fall der Oper einen Neubau zu errichten (zusammen 161 Millionen Euro). In beiden Varianten ist laut Stadt eine Interimsspielstätte eingerechnet. Actori hatte noch vier weitere Szenarien vorgeschlagen. „Wir wollen eine umfangreiche Bürgerbeteiligung zu den Baumaßnahmen“, sagte Fenja Wittneven-Welter von der SPD. „Deshalb sind wir überrascht, dass nur noch zwei Varianten zur Debatte stehen sollen.“ Bei einer (nicht repräsentativen) Online-Abstimmung des GA votierte am Donnerstag eine Mehrheit für den Neubau.

Den lehnt die Linkspartei ebenso wie Einschnitte im Kulturetat klar ab. „Verkommen lassen, abreißen, neu bauen – aus dieser Spirale muss die Stadt raus“, erklärte Jürgen Repschläger. Der Bürger Bund Bonn warf dem OB und der Koalition vor, jeden Sparwillen in der Kultur vermissen zu lassen. Der Kulturausschuss diskutiert das Thema am 22. November.