Bezirksvertretung Bonn

Für den Alten Friedhof in Bonn fehlt Geld

Trostloser Anblick: Die Mauer des Alten Friedhofs.

Trostloser Anblick: Die Mauer des Alten Friedhofs.

Bonn. Die FDP kritisiert, dass für die Sanierung des Alten Friedhofs in Bonn Fördermöglichkeiten versäumt wurden. Besonders der Zustand der Außenmauer des Prominenten-Friedhofs ist wenig repräsentativ.

Eindringlich und mit Fotos dokumentiert hat die Vorsitzende der Gesellschaft der Freunde und Förderer des Alten Friedhofs, Eva Hüttenhain, in der Bezirksvertretung Bonn auf den maroden Zustand der Umfassungsmauer der Prominenten-Grablege aufmerksam gemacht. Wohl nicht zum ersten Mal. Aber jetzt dränge mit Blick auf das Beethoven-Jubiläum 2020 die Zeit, mit der Sanierung zumindest im Eingangsbereich fortzufahren.

Seit geraumer Zeit sei die Mauerrestaurierung von der Verwaltung mangels Fördermitteln nicht weiter betrieben worden, begründet sie in einem Bürgerantrag. Viele Touristen würden nicht nur das Beethovenhaus in der Bonngasse, sondern auch das Grab seiner Mutter auf dem Alten Friedhof besuchen. „Doch der Zustand der Außenmauer in dem Bereich ist wenig repräsentativ“, so Hüttenhain.

Kein Geld im städtischen Haushalt

Geld für die Restaurierung gibt es im städtischen Haushalt nicht. Ein Teil der Mauer habe 2018 über außerplanmäßig bereitgestellte Mittel des Amtes für Stadtgrün saniert werden können, heißt es in der Stellungnahme der Verwaltung. Ihr Vorschlag: „Da der Alte Friedhof unter Denkmalschutz steht, sollen zunächst Fördermöglichkeiten aus Landesmitteln beantragt werden, bevor eine denkmalgerechte Sanierung durch städtische Mittel angemeldet wird.“

Der Antrag müsse bis Oktober gestellt werden. „Die Verwaltung wird sich bemühen, eine Maximalförderung von 30 Prozent der Gesamtmaßnahme in Höhe von rund 500 000 Euro zu erhalten.“ Die Bezirksvertreter waren jedoch einer Meinung mit Eva Hüttenhain, dass eine schnellere Lösung her muss und zunächst ein Teilbetrag für die Restaurierung entlang des Haupttors ausreiche. Hüttenhain rechnet mit etwa 50 000 Euro. „Kernaufgabe der Förderergesellschaft ist die Restaurierung der Gedenksteine, wie etwa das Niebuhr-Grab für rund 15 000 Euro im vergangenen Jahr. Eine Mauersanierung könne sie finanziell nicht stemmen“, erklärte die Vorsitzende.

Forderung nach konkretem Vorschlag

Fördermittel hätten bereits 2018 beantragt werden können, monierten Politiker. „Da muss die Verwaltung bei einem der bedeutendsten Friedhöfe Deutschlands doch von selbst drauf kommen“, meinte etwa Elmar Conrads-Hassel (FDP). Schließlich werbe sie mit der Sehenswürdigkeit.

Die Ausgabe auf der Stelle zu beschließen, war indes nicht im Sinne der Politiker. Sie fordern von der Verwaltung zur nächsten Sitzung einen konkreten Vorschlag, wie es weitergehen soll, einen Kosten- und Zeitplan sowie eine belastbare Aussage über Fördermittel, so der mehrheitliche Beschluss. „Notfalls könne man mit Geld aus dem sogenannten Feuerwehrtopf, das sind Haushaltsmittel, über die die Bezirksvertretung verfügt, unterstützen, schlug Hartwig Lohmeyer (Grüne) vor. Eva Hüttenhain mahnte, dass die Mauer bis 16. Dezember restauriert sein müsse. „Denn am 17. Dezember, am Tauftag Beethovens vor 249 Jahren, beginnt das Jubiläumsjahr.“