Viktoriakarree in Bonn

Externer Dienstleister organisiert Bürgerwerkstatt

Das Viktoriakarree aus der Vogelperspektive.

Das Viktoriakarree aus der Vogelperspektive.

Bonn. Die Stadt Bonn wird einen externen Dienstleister für die Bürgerwerkstatt zur Zukunft des Viktoriakarrees engagieren.

Der Wirtschaftsausschuss gab dafür am Dienstagabend grünes Licht – bei einer Gegenstimme vom Bürger Bund Bonn (BBB). Am Ende der Bürgerbeteiligung sollen konkrete Empfehlungen an den Rat stehen.

Die Stadtverwaltung will den Auftrag ausschreiben, kann die Kosten aber noch nicht abschätzen. Ein externes Büro sei „aus Gründen der neutralen Diskussionsführung und Verfahrensgestaltung“ notwendig, argumentiert sie in ihrer Beschlussvorlage.

Damit habe man auch bei der Südüberbauung am Hauptbahnhof gute Erfahrungen gemacht. Die Stadt verweist auf die komplexe und konfliktträchtige Situation im Baublock zwischen Rathausgasse, Belderberg, Stocken- und Franziskanerstraße. Bekanntlich hat die Initiative Viva Viktoria mit einem Bürgerbegehren die Pläne der Signa-Holding gestoppt, dort ein Einkaufszentrum und eine Uni-Bibliothek zu errichten.

Kirsten Walbröl (BBB) erklärte im Ausschuss, die Stadtverwaltung solle die Bürgerwerkstatt lieber mit eigenen Kräften organisieren, um Geld zu sparen. Die CDU stimmte der Ausschreibung mit Bauchschmerzen zu – weil die Signa derzeit noch versucht, den Verkauf städtischer Flächen im Viktoriakarree mit einem Verfahren an der Vergabekammer Rheinland zu erzwingen.

Hauptausschuss gibt Ausschreibung endgültig frei

Wegen dieses Risikos hatte die CDU in der Bezirksvertretung Bonn die Ausschreibung zuvor abgelehnt. „Wir wollen von der Verwaltung eine juristische Einschätzung dazu“, gab sich Christoph Jansen (CDU) im Wirtschaftsausschuss kompromissbereiter. Wichtig sei, dass die Bürgerwerkstatt ergebnisoffen sei und das Einzelhandelsgutachten von 2013 beachte, das zusätzlichen Verkaufsflächenbedarf für die Innenstadt festgestellt hatte.

Hans-Friedrich Rosendahl (Allianz für Bonn) begrüßte die Idee, die Werkstatt von einem neutralen Büro konzipieren, moderieren und dokumentieren zu lassen. „Ein halbes Jahr nach dem Bürgerbegehren wird es aber Zeit, dass wir vorankommen.“

Erst der am 23. Juni tagende Hauptausschuss gibt die Ausschreibung endgültig frei. Auftragsvergabe: frühestens im Oktober. Sowohl Signa als auch Viva Viktoria wollen an der Werkstatt teilnehmen. Verwaltung und Rat wollen IHK, Citymarketing und den Mieterverein einbinden.