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Ex-Bundesligaprofis animieren Bonner Schüler zum Sport

Bonns Fünfte gehört zu den Gewinnern eines Trainings mit den beiden Ex-Fußballprofis Klinkert und Marcel Witeczek.

Bonns Fünfte gehört zu den Gewinnern eines Trainings mit den beiden Ex-Fußballprofis Klinkert und Marcel Witeczek.

Bonn. Bonns Fünfte gehört zu den Gewinnern eines Trainings mit den beiden Ex-Fußballprofis Klinkert und Marcel Witeczek. In der Sporthalle Wasserland konnten die Schüler am Montagvormittag drei Stunden lang von Training und Spiel mit den Ex-Profis profitieren.

„Seid ihr ohne Kondition?“, ruft Ex-Bundesligaprofi Michael Klinkert (FC Schalke 04, Borussia Mönchengladbach) den 56 Schülerinnen und Schülern von Bonns Fünfter (Gesamtschule) zu und erkundigt sich besorgt bei deren Sportlehrerin Claudia Drost, ob er das Aufwärmtraining noch eine paar Runden fortsetzen könne.

Die Lehrerin gehört mit ihrer Schule und den anwesenden 16 bis 18 Jahre alten Schülerinnen und Schülern des elften Jahrgangs zu den Gewinnern eines Trainings mit den beiden Ex-Fußballprofis Klinkert und Marcel Witeczek (FC Bayern München, Borussia Mönchengladbach), das die Initiative „Fit durch die Schule“ von dem Ministerium für Schule und Weiterbildung in NRW und die AOK Rheinland/Hamburg gemeinsam betreibt. In der Sporthalle Wasserland konnten die Schüler am Montagvormittag drei Stunden lang von Training und Spiel mit den Ex-Profis profitieren.

„Es wird immer schlechter“, fasst der zweimalige Deutsche Meister (1994 und 1997) Witeczek seine inzwischen neunjährige Erfahrung mit den Schülern zusammen. „Spiele auf dem Smartphone und im Internet ersetzen vielen Jugendlichen die eigene körperliche Betätigung“, sagt er. Währenddessen treibt sein Kollege Klinkert die Jugendlichen in der Halle zu mehr Leistung an.

Einigen ist an den hochroten Köpfen anzusehen, dass sie nach wenigen Runden in der Sporthalle bereits an ihre Leistungsgrenzen stoßen. „Früher haben wir draußen noch Fangen gespielt. Das gibt’s ja heute gar nicht mehr. Das ersetzt die Playstation und der Fernseher“, resümiert Fußballer Witeczek, der im Alter der Bonns-Fünfte-Schüler mit der U-17- und der U-20-Mannschaft (195 und 1987) jeweils Zweiter der Weltmeisterschaft wurde.

„Man kann froh sein, wenn Schüler in irgendeinem Verein sind. Egal, was sie da machen.“ Im ländlichen Bereich sei es weniger schlimm, als in den Städten. Doch grundsätzlich würde es von Jahr zu Jahr schwieriger, was auch an den Eltern läge, so Witeczek, die sich wegen ihrer Berufstätigkeit weniger um die Kinder kümmern könnten. „Kinder mit Migrationshintergrund sind meist sportlicher als die Wohlstandskinder, die bereits mit sieben Jahren ihr Handy bekommen, damit die Mutter immer weiß, wo sie sind“, so der Torschützenkönig der damaligen Bundesliga-Jugendmannschaften.

Auch Sportlehrerin Drost bestätigt die Beobachtungen der Fußballprofis und muss zugeben, „bei einer Stunde Sport in der Woche ist auch nicht mehr drin“. Sie ist froh, durch die Aktion „Fit durch die Schule“ Schüler zu Sporthelfern ausbilden zu können, die im Ganztagsbereich der Schule zu mehr Bewegung anleiten können.