Andreas-Hermes-Akademie

Erntebilanz zum "Rheinischen Obstbautag"

Aufmerksame Zuhörer: Obstbaufachmann Martin Balmer spricht über neue Entwicklungen im Süßkirschenanbau.

BONN. Eine gute Apfelernte fuhren die rheinischen Obstbauern im vergangenen Jahr ein, bei den Erdbeeren lief es allerdings gar nicht rund. Diese Bilanz zog Andreas Mager, Vorsitzender der Landesfachgruppe Obstbau im Provinzialverband, gestern beim "Rheinischen Obstbautag" in der Andreas-Hermes-Akademie in Röttgen.

Trotz des nasskalten Frühjahrs, das in Deutschland und in weiten Teilen Europas Ertragseinbußen zur Folge hatte, konnten die Landwirte in der Region annähernd einen Vollertrag einfahren. Zwar seien die rheinischen Erzeuger ursprünglich davon ausgegangen, dass sie nur kleine Früchte pflücken werden, doch durch das unerwartet gute Wetter im Spätsommer legten die Äpfel dann doch noch einmal zu.

Dabei mussten sich die rheinischen Obstbauern im vergangenen Jahr nicht nur gegen die Konkurrenz aus dem Ausland durchsetzen. Vielmehr erschwerte ihnen der gute Ertrag in Streu- und Hausgärten das Geschäft. "In den letzten Wochen ist der Absatz aber wieder angezogen, so dass die meisten Betriebe im März ausverkauft sein werden", vermutet Mager.

So gut es bei den Äpfeln lief, so schlecht sieht die Bilanz für die Erdbeerensaison aus. Während die Treib- und Tunnelware im Frühjahr noch zu relativ guten Preisen vermarktet werden konnte, rutschten diese mit Beginn der Freilandsaison rapide in den Keller. "Ursache dafür war der bundesweit zeitgleiche Erntebeginn und die plötzlich steigenden Temperaturen", so Mager.

Sehr zufrieden ist der Provinzialverband, dass durch eine Kooperation mit Verbänden in NRW und in Rheinland-Pfalz in Duisdorf eine Obstbaufachklasse eingerichtet worden ist. Doch für die Azubis und die Ausbildungsbetriebe stellt der zentrale Berufsschulunterricht eine große Herausforderung dar. Lange Anfahrten und Übernachtungen verursachen enorme Kosten, die nicht immer von den angehenden Landwirten oder ihren Betrieben getragen werden können.

Deshalb haben die Obstbauverbände jetzt einen Förderverein gegründet, der sich an den Kosten beteiligen wird. "Wir alle wissen um die Schwierigkeit, Berufsnachwuchs in unserer Branche zu finden. Deshalb bedarf es gemeinsamer Anstrengungen, insbesondere das Schulangebot attraktiv zu gestalten. Das können wir mit der Berufsschule in Duisdorf jetzt verwirklichen", freut sich der Vorsitzende der Landesfachgruppe.

Beim Rheinischen Obstbautag beschäftigten sich die Landwirte aus NRW und Rheinland-Pfalz auch mit den Themen Biodiversität sowie Pflanzenschutz.