Pro-NRW-Demo in Lannesdorf

Erleichterung nach friedlichem Samstag

Unter erheblichen Sicherheitsvorkehrungen hat die Pro-NRW-Kundgebung am Samstagmittag in Lannesdorf stattgefunden.

Lannesdorf. Das Einsatzkonzept der Polizei ist aufgegangen: Bei der "Mahnwache" der rechtsextremistischen Gruppierung Pro NRW am Samstag hat es keine Zwischenfälle gegeben. Größere Verkehrsbehinderungen blieben aus, rund 90 Anrufer meldeten sich beim Bürgertelefon, das die Polizei eingerichtet hatte.

"Die Bonner Bevölkerung hat mit ihrem besonnenen Verhalten und durch die Nicht-Beachtung der Kundgebung ein deutliches Zeichen für friedliches Zusammenleben aller Menschen gesetzt, gleich welcher Herkunft oder Glaubensrichtung", sagte die stellvertretende Polizeipräsidentin Gerlinde Hewer-Brösch.

 Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch und Bezirksbürgermeisterin Annette Schwolen-Flümann dankten den Bonnern und der Polizei. "Der friedliche Verlauf ist der Verdienst der Polizei", sagte Nimptsch. "Sie hat mit ihrer Präsenz gezeigt, dass Gewalt in unserer Stadt keine Chance hat." Schwolen-Flümann verwies auf die "Besonnenheit und Gelassenheit der Bevölkerung". Dies sei der richtige Weg, den man auch in Zukunft beschreiten wolle, betonte auch Nimptsch.

Und dankte allen, die wie der Rat der Muslime und das Bündnis "Bonn stellt sich quer" von Gegendemonstrationen abgeraten und zur Zurückhaltung aufgerufen hatten. Auch an der König-Fahad-Akademie, in der am Samstag wie geplant eine Fortbildung stattfand, war man zufrieden. "Es ist wunderbar, dass alles friedlich verlaufen ist", sagte ein Vertreter der Akademie.

Mit Blick auf die Ereignisse vom 5. Mai - damals war das Zeigen islamfeindlicher Karikaturen durch Pro NRW der Auslöser für Angriffe aggressiver Salafisten - hatte die Polizei am Samstag solche Karikaturen verboten. Vor der Kundgebung hatten die Beamten das Gelände rund um die Mallwitzstraße gesperrt und Kontrollpunkte für Fußgänger sowie Autofahrer eingerichtet. Um 11 Uhr trudelten die rund 40 Pro-NRW-Demonstranten ein. Unbeachtet von der Öffentlichkeit folgten islamfeindliche Reden; um 12.40 Uhr war alles vorbei.

"Wir haben keinen Zweifel gelassen, dass wir salafistischen Gewalttätern keinen Raum bieten werden", bilanzierte Einsatzleiter Helmut Pfau. Schon ab Freitagnacht hatte die Polizei das Gebiet im Auge. Statt wie im Mai rund 300 wurden am Samstag 1000 Beamte eingesetzt. Es standen Wasserwerfer bereit. Gegen 145 bekannte gewaltbereite Islamisten wurde ein Betretungsverbot der Bad Godesberger Innenstadt ausgesprochen.

Man habe im Vorfeld klar gemacht, alles zu tun, um die Bevölkerung und die eingesetzten Beamten zu schützen: "Das haben wir erreicht, das war mir besonders wichtig", sagte Pfau. Er hatte auch den Einsatz am 5. Mai geleitet und die Verantwortung für die damaligen Einsatzpannen übernommen.