Stadt Bonn

Eröffnungstermin für das Haus der Bildung ist erneut geplatzt

21.11.2014 BONN. Wieder erreicht das Bonner Rathaus eine Hiobsbotschaft: Der für Dezember geplante Fertigstellungstermin für das Haus der Bildung am Bottlerplatz ist geplatzt. Er muss erneut verschoben werden.

Als Grund nannte Kulturdezernent Martin Schumacher massive Probleme und Verzögerungen auf der Baustelle. Die Stadtverwaltung habe erst seit wenigen Tagen Kenntnis davon, sagte er gestern bei einer Pressekonferenz.

Damit fallen der geplante Umzug der Volkshochschule zum neuen Semester im kommenden Februar und der Wiedereinzug der Zentralbücherei im April ins Wasser. Einen neuen Fertigstellungstermin wollten Schumacher und die kommissarische Leiterin des Städtischen Gebäudemanagements (SGB), Marion Duisberg, angesichts des drastischen Zeitverzugs wichtiger Gewerke, die eine Kettenreaktion ausgelöst hätten, nicht nennen. Fest steht nur: Eine Eröffnung vor der Sommerpause ist eher unrealistisch. Auch werden die Kosten Duisberg zufolge "sehr wahrscheinlich weiter nach oben steigen".

Zurzeit liege man aber noch im vorgegebenen Rahmen von 21,4 Millionen Euro, sagte sie. Die Frage, wie sehr sich das Projekt verteuern werde, könne das SGB zurzeit noch nicht beantworten. "Wir werden auf jeden Fall Schadenersatzansprüche geltend machen", versicherte Schumacher. Denn allein die Verschiebung der Umzüge von VHS und Stadtbücherei koste rund 100 000 Euro.

"Es sind keine Managementfehler gemacht worden. Hier hat die Bauhandwerkerschaft versagt", meinte Schumacher mit Blick auf die lange Mängelliste des Architektenbüros Koblitz, das die Pläne für das Haus der Bildung entworfen hat. Da ist nicht nur die Rede von dramatischen Zeitverzügen, sondern auch von falschen oder mangelhaften Materiallieferungen sowie von juristischen Streitereien um den Leistungsumfang oder, wie bereits berichtet, mit einer Firma, die ihre Gerüste nicht abbauen will, weil sie angeblich zu wenig Geld von der Stadt erhalten hat. Obendrein wurde einer Firma gekündigt, eine andere musste Insolvenz anmelden. Dass dem SGB nun die Zeit davon rennt, sei vor allem dem öffentlichen Vergaberecht geschuldet: Anders als der private Bauherr könne die öffentliche Hand sich beispielsweise nicht so ohne weiteres von einer Firma trennen. "Wir müssen sie vorher mindestens zweimal abmahnen", erklärte Schumacher.

"Für mich sind das jetzt harte Zeiten", sagte VHS-Leiterin Ingrid Schöll. Sie hatte das neue Semester bereits fest im Haus der Bildung geplant, wo rund 500 Veranstaltungen stattfinden sollten. "Die werden wir verlegen müssen", sagte sie, "ich denke, dass deshalb 40 bis 50 Veranstaltungen ausfallen". Als "Glück im Unglück" bezeichnete Schumacher den Umstand, dass das Programmheft für das neue VHS-Semester noch nicht gedruckt worden sei. Ebenfalls auf einen noch nicht bekannten Termin verschiebt sich die geplante Schließung der Büchereien in Graurheindorf, Endenich und Dottendorf. (Lisa Inhoffen)