Schulausschuss in Lessenich

Eltern protestieren gegen OGS-Platzmangel in Laurentiusschule

Mit selbst gebackenen Plätzchen machen Eltern und Kinder vor dem Schulausschuss auf fehlende OGS-Plätze aufmerksam.

Mit selbst gebackenen Plätzchen machen Eltern und Kinder vor dem Schulausschuss auf fehlende OGS-Plätze aufmerksam.

LESSENICH. Eltern und Kinder der Laurentiusschule sind von Stadt und Politik über den Mangel an OGS-PLätzen enttäuscht. Mit Plätzchen und Plakaten protestierten sie vor der Sitzung des Schulausschusses.

Mit Plätzchen überraschten am Dienstagabend Eltern aus Lessenich die Mitglieder des Schulausschusses. Damit wollten die Mütter und Väter allerdings nicht die Sitzung der Politiker versüßen. Die Aktion diente dazu, mit Nachdruck auf den Mangel an OGS-Plätzen an der Laurentiusschule hinzuweisen.

Das Motto der Eltern: „Mehr OGS-Plätzchen können wir uns nicht backen“. Hintergrund: Zum neuen Schuljahr haben 22 Erstklässler keinen Platz in der Nachmittagsbetreuung der offenen Ganztagsschule (OGS) gefunden, berichtete Bettina Thränhardt dem GA am Rande der Sitzung. Aus allen vier Jahrgangsstufen stünden insgesamt sogar 55 Kinder auf der Warteliste. „Das ist ein Skandal“, sagte Thränhardt. Sie hat deshalb mit anderen Eltern eine Initiative gegründet und einen Bürgerantrag eingebracht (der GA berichtete). Dass der Schulausschuss indes lediglich der Stellungnahme der Verwaltung folgte, habe die Eltern enttäuscht, sagte sie.

In der Stellungnahme heißt es unter anderem, dass die Schaffung zusätzlicher OGS-Gruppen an der Schule zum neuen Schuljahr „leider nicht ohne weiteres möglich“ sei. Zudem sei die Nachfrage nach OGS-Plätzen insgesamt in Bonn sehr groß. Die Verwaltung versuche aber Eltern so zu unterstützen, dass sie gegebenenfalls andernorts im Stadtgebiet OGS-Plätze finden.

„Wir fühlen uns mit dem Problem allein gelassen“

„Das hilft uns nicht“, meinte Thränhardt. Sie müsse so oder so ihre Arbeitszeit stark reduzieren und zudem ihre zusätzliche Therapieausbildung abbrechen, die sie als Psychologin derzeit absolviere. Zudem wisse sie, dass an den anderen Grundschulen in der näheren Umgebung Lessenichs die OGS-Plätze ebenfalls nicht ausreichten. „Wir fühlen uns mit dem Problem allein gelassen.“

Kerstin Schmiedecken ist in einer ähnlichen Situation. Sie arbeitet in einer Kita und müsste den Job aufgeben, wenn sie für ihr Kind zum kommenden Schuljahr keinen OGS-Platz erhalte, sagte sie. Das könne angesichts des Mangels an Erzieherkräften auch nicht die Lösung sein. Beide Mütter werfen der Stadt schwere Versäumnisse vor. Schließlich hätte man sich in der Verwaltung aufgrund der neuen Wohngebiete in Lessenich/Meßdorf schon vor Jahren darauf einstellen müssen, dass zusätzliche OGS-Plätze benötigt würden.

„Wir verstehen, dass die Eltern nicht zufrieden sind, müssen aber die Gesamtlage betrachten“, sagte Schulausschussvorsitzender Tim Achtermeyer (Grüne). Das Problem mit langen OGS-Wartelisten gebe es an beinahe allen Grundschulen. „Wir können das Problem nur nach und nach angehen.“ Er und Christian Steins (CDU) verwiesen darauf, dass der Rat deshalb die OGS-Platzzahl von 150 auf 300 pro Jahr angehoben habe. Ähnlich argumentierte Franziska Müller-Rech (FDP): „Ich bin davon überzeugt, dass das Schulamt jeden Tag sehr hart daran arbeitet, die besten Lösungen zu finden.“

Keine einfache Situation, findet auch Gieslint Grenz (SPD). „Ein kleiner Lichtblick kann sein, dass Plätze, die momentan noch an anderen Schulen eingeplant sind, dort aber nicht benötigt werden, nach Lessenich verlagert werden können. Dafür werden wir uns einsetzen“, versprach sie.