„Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“

Elfte Schule in Bonn erhält Zertifikat

Schüler und Leher an der Bertolt-Brecht-Gesamtschule freuen sich über die Auszeichnung "Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage", die Mariela Georg (l.) mitgebracht hat.

Schüler und Leher an der Bertolt-Brecht-Gesamtschule freuen sich über die Auszeichnung "Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage", die Mariela Georg (l.) mitgebracht hat.

Tannenbusch. Die Bertolt-Brecht-Gesamtschule bekommt eine Plakette und verpflichtet sich, Projekte, Aktionen, Workshops und Seminare rund um Rassismus und Diskriminierung sowie jedes Jahr eine Projektwoche zum Thema durchzuführen.

Es wurde eigentlich längst Zeit, dass die Bertolt-Brecht-Gesamtschule (BBG) das Zertifikat „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ verliehen bekommt. Immerhin ist in der hauseigenen Verfassung, die vor 15 Jahren von Schülern, Lehrern und Eltern erstellt wurde, ein respektvolles, offenes und höfliches Miteinander als maßgeblicher Verhaltenskodex festgelegt. Und im Leitbild der Schule heißt es: „Wir akzeptieren jeden Menschen in seiner Verschiedenheit und erleben diese als Bereicherung.“

Am Montag brachte Mariela Georg vom Integrationszentrum der Stadt Bonn die Plakette mit, die die Gesamtschule in das große Netzwerk der Schulen ohne Rassismus aufnimmt, das sie für die Region koordiniert. Überreicht wurde sie im Rahmen des jährlichen Schulverfassungstages, an dem Schüler für besonderen Einsatz in den Klassen und an der Schule geehrt werden. Für Bonn, so Georg, sei das die elfte Schule mit diesem Zertifikat. In NRW gebe es rund 600, bundesweit mehr als 2000 solcher Schulen.

Initiative fürs Zertifikat ging von Schülern aus

Dabei ist die Plakette aber keine Auszeichnung für geleistete Arbeit, auf der man sich ausruhen kann. Die richtige Arbeit gehe jetzt erst los, sagte sie. Denn die BBG verpflichtet sich, Projekte, Aktionen, Workshops und Seminare rund um Rassismus und Diskriminierung sowie jedes Jahr eine Projektwoche zum Thema durchzuführen. Und wenn es entsprechende Vorfälle an der Schule gebe, müsse offen darüber gesprochen werden. „Wir haben einen klaren Auftrag“, sagte Schulleiterin Margarete Ruhnke.

Die Initiative für das Zertifikat ging von neun Schülern aus, die seit vergangenem Jahr auch durch die Klassen gingen, um das Thema anzusprechen. Denn eine Schule kann das Label nur bekommen, wenn bei einer Unterschriftenaktion mindestens 70 Prozent der Personen an der Einrichtung – sprich Lehrer, Verwaltungspersonal und Schüler – mitziehen. An der BBG waren es am Ende 77 Prozent. Hätten auch die Oberstufenschüler unterschrieben, die nach absolviertem Abschluss schon nicht mehr an der Schule waren, wäre das Ergebnis noch deutlicher ausgefallen, so der ehemalige Schüler Max Biniek. Er hatte vor zehn Jahren an der Gesamtschule sein Abitur gemacht und war auch an der Formulierung der Verfassung beteiligt. Jetzt hat er die Patenschaft für das Projekt übernommen. In Zeiten, in denen es immer wieder Angriffe auf Flüchtlingszentren gebe, sei es ein gutes Zeichen, wenn sich Schüler für eine Schule ohne Rassismus stark machen, sagte Biniek.