Asta stimmt VRS-Bedingungen zu

Einigung bei Streit um Semesterticket der Uni Bonn

Studierende an der Universität in Bonn hören sich im Hörsaal eine Vorlesung an.

Studierende an der Universität in Bonn hören sich im Hörsaal eine Vorlesung an.

BONN. Im Streit um die Bedingungen für das Semesterticket gab es am Mittwochabend offenbar eine Einigung zwischen dem Asta der Uni Bonn und dem VRS. Ohne diesen hätte es für die Bonner Studenten ab dem 1. Oktober keine Fahrausweise mehr gegeben.

Nach einem vorausgegangenen Streit um das Semesterticket hat der Asta der Uni Bonn nun offenbar den Bedingungen des Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) zugestimmt. Das teilte der Asta am Mittwochabend auf Facebook mit. Nach einer konstruktiven Debatte mit Vertretern von VRS und SWB habe das Studierendenparlament über die Unterzeichnung des Semsterticketvertrages abgestimmt. Um weitere Verzögerungen zu vermeiden, sei der Vertrag noch vor Ort unterschrieben worden.

 

Ohne die Zustimmung zu der Preiserhöhung des VRS hätte es für 35.000 Bonner Studenten ab 1. Oktober keine Fahrausweise mehr gegeben. Dem Asta ging es um 1,70 Euro und vielleicht auch ums Prinzip: Das Studierendenparlament der Bonner Universität hatte wenige Tage vor Beginn des neuen Semesters am 1. Oktober den Vertrag für das neue Semesterticket mit dem Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) noch nicht unterzeichnet. Am Mittwochabend stand die Entscheidung an, ob die Studenten den Forderungen des VRS nachkommen beziehungsweise umgekehrt der VRS auf die Studenten zugeht. Letzteres galt als kaum wahrscheinlich.

Im Kern ging es den Studentenvertretern, die mit dem Verkehrsunternehmen verhandeln, um die durchgehend kostenlose Fahrradmitnahme, die der VRS nur noch in den Abendstunden ab 19 Uhr und wochenends zulässt. Gleichwohl will der Verkehrsdienstleister den Beitrag im Semester (also für ein halbes Jahr) um 1,70 Euro von 123,50 auf 125,20 Euro pro Person erhöhen. Die Studenten sehen unterm Strich eine Verschlechterung des Angebots, die mit einer Preiserhöhung einhergeht.

Bei einer Sitzung hatte das Studierendenparlament beschlossen, dem Vertrag der VRS mit der turnusmäßigen Verteuerung um 1,4 Prozent nur zuzustimmen, wenn die Radmitnahme wieder rund um die Uhr möglich ist. „Dies hat der VRS leider abgelehnt und das Parlament aufgefordert, den vorliegenden Vertragsentwurf – mit eingeschränkter Fahrradmitnahme – zu unterzeichnen“, hatte Alena Schmitz, Pressesprecherin des Allgemeinen Studierenden Ausschusses (Asta), daraufhin erklärt.

VRS beteiligt sich an Fahrradverleihsystem

VRS-Sprecher Holger Klein hatte die Hintergründe für die Einschränkung der kostenlosen Fahrradmitnahmen so begründet: „Die Bahnen sind mittlerweile so voll, dass es keinen Platz mehr dafür gibt.“ Vorrangiges Ziel des VRS sei „die Beförderung von Personen und nicht die von Dingen“.

Angesichts von Zuwachsraten bei den Pendlern von 1,5 Prozent im Durchschnitt und fünf Prozent alleine auf der Schiene sei diese Sonderleistung nicht mehr gegenüber der zahlenden Kundschaft zu vermitteln. Zugleich kündigte Klein an, „dass der VRS sich am Aufbau eines Fahrradverleihsystems beteiligen wird“.

Ein solches Angebot sollen nach einem Beschluss des Bonner Stadtrats die örtlichen Stadtwerke ausarbeiten. Wie hoch der finanzielle Beitrag sein werde, konnte Klein nicht nicht sagen. In jedem Fall werde sich der Verkehrsverbund an einer solchen Investition beteiligen und damit den Service auch für Studenten verbessern.