Facebook-Diskussion ausgelöst

Eine besondere Katzen-Rettung der Bonner Feuerwehr

Die Rettungsaktion der Feuerwehr wurde in einem Video festgehalten.

Die Rettungsaktion der Feuerwehr wurde in einem Video festgehalten.

Bonn. Die Bonner Feuerwehr rettete eine Katze von einer Markise aus nur 2,5 Metern Höhe mit einer Drehleiter. Das Video zum Einsatz löst auf Facebook eine Diskussion aus. Warum betreiben die Einsatzkräfte einen solchen Aufwand?

Zwei Feuerwehrmänner stehen auf der Plattform einer Drehleiter in knapp zehn Metern Höhe - mitten in der Bonner Fußgängerzone. Ihre Mission: Eine Katze von einer Markise retten. Diese befindet sich lediglich auf 2,5 Metern Höhe. Das Fenster, in das sich die Katze retten könnte, ist nur circa 50 Zentimeter über ihr. Die Leiter fährt also herunter, die Beamten nehmen die Katze, fahren ein wenig nach oben und setzen sie dort in die Wohnung.

Diesen etwas skurrilen Einsatz dokumentiert ein Video auf Facebook. "Ein schönes Beispiel für die Verursachung unnötiger Einsätze für die Feuerwehr... " oder "Die Katze wäre auch von alleine wieder ins Fenster gesprungen. Wer ruft denn da die Feuerwehr?", sind zwei von vielen Kommentaren, die das Video erntet. Die Frage, warum Menschen schon bei Kleinigkeiten die Feuerwehr rufen, stellt sich hier nicht zum ersten Mal.

Im Juni wurden die Beueler Einsatzkräfte beispielsweise gerufen, weil eine öffentliche Mülltonne brannte. Die Feuerwehrleute ergriffen kurzerhand eine Gießkanne und löschten den kleinen Brand. In beiden Fällen hätten auch Bürger durch ihr Eingreifen die Situation schnell klären können. Der Pressesprecher der Bonner Feuerwehr, Martin Haselbauer, sagt dazu: "Wir wollen niemanden dazu auffordern, sich selbst in Gefahr zu begeben. Man darf immer bei der Feuerwehr um Rat fragen und wir können dann klären, wie die Bürger die Situation vielleicht selbst bewältigen können."

Die Situation der schwarzen Katze in der Sternstraße war am Telefon jedoch nicht so eindeutig zu klären. Doch warum dann dieser große Aufwand, den die Feuerwehr hier betrieben hat? Diese Frage stellten sich auch viele Facebook-User. "Warum zur Rettung einer Katze, in schwindelerregender Höhe von circa 2,5 Meter, eine schnöde Leiter nehmen, wenn doch die Feuerwehr in Bonn einen so tollen Leiterwagen hat?", schrieb der Macher des Videos, Uwe Krins, ironisch. Haselbauer erklärt den Vorgang. "Wenn wir nicht wissen, in welcher Höhe sich das Tier befindet, schicken wir immer den 'Einsatzwagen-Tierrettung' raus." In dem Wagen seien Utensilien für die Tierrettung, jedoch keine normale Leiter. Zusätzlich zu dem Wagen, wurde sofort ein Einsatzwagen mit einer Drehleiter rausgeschickt.

Vor Ort hätten die Feuerwehrmänner in den Geschäften nach einer einfachen Leiter gefragt, doch keine bekommen. Einen zweiten Einsatzwagen mit einer passenderen Leiter anzufordern, hätte unnötig Zeit und Ressourcen gekostet, sagt Haselbauer. Die Feuerwehrmänner fuhren mit der Drehleiter auf zehn Meter nach oben, um die Plattform zu drehen, ohne dabei etwas an den Läden zu beschädigen.

Nach dem Einsatz stiegen die Retter in die Wohnung ein. "Sie wollten nachsehen, ob sich die Besitzer der Katze in der Wohnung befinden und ob es ihnen gut geht", so Haselbauer. Es hielt sich jedoch keiner in der Wohnung auf. Der Einsatz falle unter die Tierrettung, so Haselbauer, und wird somit vom Steuerzahler bezahlt.

150 Einsätze in diesem Jahr

Die Tierrettung liege generell im Aufgabenbereich der Feuerwehr und umfasse jede Situation, in der das Leben eines Tieres bedroht sei. "Was so eine Bedrohung ist, können jedoch viele Außenstehende nicht gut beurteilen und rufen unmittelbar die Feuerwehr", so Haselbauer. Viele Städter wüssten nicht, wie sich Tiere in der Natur verhalten. Die Beamten versuchten meist schon am Telefon herauszufinden, wie sich die Lage des Tieres darstellt.

"Wir können das aber meist erst vor Ort richtig beurteilen und so kommt es vor, dass wir auch bei Kleinigkeiten ausgerückt sind." Insgesamt 150 Einsätze für die Tierrettung hatte die Bonner Feuerwehr seit Anfang des Jahres. Natürlich waren viele davon keineswegs unnötig. "Menschen sollen anrufen, wenn ein Tier augenscheinlich gefährdet ist, beispielsweise wenn die Gefahr besteht, dass es irgendwo herunter stürzt oder eingeklemmt ist und sich nicht befreien kann", so Haselbauer. Wenn man verletzte Tiere findet, könne man überlegen, ob man das Tier mit einem Handtuch in einen Karton legt und selbst zum Tierarzt bringt. Die Tierärzte sind Tierschutzrechtlich dazu verpflichtet kostenfrei zu helfen.