Kommentar

Eine Nagelprobe

Das Treiben um das Bürgerbegehren der Initiative "Viva Viktoria" wird immer bunter: Erst verschwinden jede Menge Unterschriftenlisten für das Bürgerbegehren gegen die Planungen im Viktoriakarree.

Dann heißt es plötzlich, die Zeit für eine vertiefte rechtliche Prüfung des Begehrens sei viel zu kurz gewesen und deshalb habe die Verwaltung diese noch nicht im erforderlichen Umfang durchführen können. Wie bitte? Das Bürgerbegehren läuft doch schließlich nicht erst seit gestern. Honi soit qui mal y pense, fällt einem dazu spontan ein. Frei übersetzt: Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Dass sich die CDU bei dem heiklen Thema nicht die Finger verbrennen und deshalb mit der Vertagung auf Nummer sicher gehen will, ist verständlich. Der SPD kommt das nur entgegen, weil sie ohnehin in der Sache noch unentschlossen ist. Vielleicht kommt ihr das Ganze auch aus einem anderen Grund gelegen: Der Streit um das Viktoriakarree könnte am Ende zur Nagelprobe für die Jamaika-Koalition werden, sind die Grünen doch strikt gegen die Pläne für das Einkaufszentrum im Viktoriakarree.

Ärgerlich ist die zeitliche Verzögerung aber auch für die Universität, die endlich wissen will, ob sie mit ihrer Bibliothek ins Karree ziehen kann oder nicht. Ebenso ein Anrecht auf Klarheit haben die Freunde und Förderer des Stadtmuseums und der Gedenkstätte, derzeit noch im ehemaligen Schwimmbadgebäude untergebracht. Alles in allem: Kein schöner Auftakt für den neuen OB Ashok Sridharan in seiner ersten Ratssitzung am Donnerstag. Und hoffentlich kein schlechtes Omen.