Marien-Ausstellung

Eine Frau zwischen Himmel und Erde

Margret Kothes-Ingerfeld (links) und Barbara Tappesser-Köhler vor ihren Arbeiten zum Thema Gottesmutter Maria.

BONN. Beeindruckende Holzskulpturen und Bilder auf schwere Dekostoffen gemalt - mit ganz unterschiedlichen Techniken und in vollkommen verschiedenen Formaten arbeiten die beiden Künstlerinnen Barbara Tappesser-Köhler und Margret Kohtes-Ingerfeld.

Doch beide haben das gleiche Objekt in den Mittelpunkt ihrer Arbeiten gerückt: die Gottesmutter Maria. Gemeinsam stellen sie ihre Arbeiten jetzt unter dem Titel "Maria - künstlerische Gedanken zu einem besonderen Weg" in der Namen-Jesu-Kirche in der Bonner Innenstadt aus.

"Maria ist Teil unseres Glaubens. Ich habe sie verinnerlicht", erklärt Barbara Tappesser-Köhler ihre ganz persönliche Intention. Die Künstlerin, die ihre Figuren aus altem Nussholz gearbeitet hat, setzt sich immer wieder mit dieser Figur des christlichen Glaubens auseinander. Ihre Arbeiten stellen vielfach einen Dialog mit der Person Maria dar. Dieser fällt je nach persönlicher Lebenssituation ganz unterschiedlich aus. Direkt am Altar hat sie ihre "Verkündigungsgruppe" mit Engel und Maria positioniert.

Gegenüber steht eine trauernde Maria, die 2005 aus altem Lindenholz geschaffen wurde. Für Margret Kohtes-Ingerfeld ist Maria hingegen "die neue Eva". Sie sieht die Gottesmutter "im Spannungsfeld zwischen Erde und Himmel: Eine Frau, als Mensch geboren, folgt dem göttlichen Auftrag." Mit Hilfe von Tüchern und Ornamenten stellt die Künstlerin auf symbolhafte Weise Aspekte dieser für sie so besonderen Frau dar und beschreibt damit ihren Weg durch die verschiedenen Dimensionen. "Tücher sind es, die uns umhüllen. Vom ersten Schrei bis zum letzten Atemzug", beschreibt sie ihre Vorbliebe für das Material.

"Wir sind sehr glücklich über diese Marienausstellung", freut sich Stefanie Weimbs-Rust vom Vorstand der Stiftung Namen-Jesu-Kirche. "Maria spielt in diesem Gotteshaus eine ganz besondere Rolle, nicht zuletzt wegen der mittelalterlichen Madonnenfigur, die im Mittelpunkt des zukünftigen Trost-Ortes stehen wird." Dieser entsteht derzeit und soll ein Raum des stillen Gedenkens werden. Gemeinsam mit Studenten der Alanus Hochschule wird derzeit die Ausstattung des Trost-Ortes geplant. Die Namen-Jesu-Kirche versteht sich als "geistliches Gasthaus an den Wegen der Menschen" inmitten der Stadt. Unter dem Altarraum hat das altkatholische Gotteshaus an der Bonngasse 1000 Urnengrabplätze geschaffen. Dort können sich Angehörige aller christlichen Konfessionen bestatten lassen. Mit diesem Urnenfriedhof wird in der Krypta eine Verbindung zwischen den Lebenden und den Verstorbenen hergestellt. Mitten in der Innenstadt finden die Verstorbenen ihre letzte Ruhestätte in der Krypta, während im Kirchenraum darüber die Lebenden Gottesdienste feiern, Konzerte hören oder einfach nur die Kirche genießen.

Die Marien-Ausstellung in der Namen-Jesu-Kirche, Bonngasse 8, ist bis 22. Juni jeweils Dienstag und Mittwoch von 11.30 bis 14.30 , Donnerstag bis Samstag von 11.30 bis 17.30 und Sonntag von 13 bis 17.30 Uhr bei freiem Eintritt zu sehen.