Toys2Masters in Bonn

Eine Bühne für junge Musiker

Die Bonner Singer-Songwriterin Clara Clasen ist ein Energiebündel mit einer fantastischen Stimme.

Die Bonner Singer-Songwriterin Clara Clasen ist ein Energiebündel mit einer fantastischen Stimme.

Bonn. 76 Nachwuchstalente rocken bei der 22. Auflage des Bandwettbewerbs „Toys2Masters“ die Klangstation im Bad Godesberger Bahnhof. Zum Auftakt spielten am Mittwochabend bereits einige Nachwuchsbands.

Jetzt wird wieder gespielt: 76 junge Bands, Duos und Solokünstler stehen bei Nordrhein-Westfalens größtem Bandwettbewerb „Toys2Masters“ in den Startlöchern, um die Gunst des Publikums zu erlangen und mit etwas Glück im Dezember bis ins Finale zu gelangen, in dem es um Sachpreise im Gesamtwert von 20.000 Euro geht. Alleine aus Bonn, in dem „Das Musiknetzwerk“ als Ausrichter zu Hause ist, sind 14 Nachwuchsformationen mit dabei.

Am Mittwochabend konnten einige Nachwuchsbands in der „Klangstation“ in Bad Godesberg einen ersten Eindruck von ihren Fähigkeiten und ihrem Stil hinterlassen. Traditionell herrscht bei Toys2Masters harter Rock vor, oft laut und aggressiv gespielt, ohne Rücksicht auf Verluste. Melodic Hardcore (Everlasting), Trancecore (Gina Goes Wild) oder Deathcore (Kallisto) sind sehr beliebt, Musik zum Austoben eben. Doch spätestens seit vor zwei Jahren Tilman Ringer als erster Singer-Songwriter den Wettbewerb gewann, ist die Bandbreite der Teilnehmer deutlich gestiegen.

In der „Klangstation“ überraschte unter anderem die Dinslakener Formation Final Expression mit ihrer stark an die elektronischen Klanggebilde des New Wave erinnernden Musik, oder auch die Solokünstlerin Clara Clasen. Die Bonnerin bewies, dass man auch nur mit einer Akustikgitarre eine Bühne ordentlich rocken und dabei jede Menge Spaß haben kann. „Allein für diesen Auftritt hat sich die Teilnahme schon gelohnt“, jubelte der Rotschopf im Anschluss. Hauptsache, man kann spielen.

Wettbewerb seit 2003

Die Vielfalt und der Enthusiasmus aller teilnehmenden Musiker freuen auch Organisator Cyrus Valentine, der den Wettbewerb seit 2003 mit seiner Schwester Shirin auf die Beine stellt. „Bisher hatten wir schon Konzerte in Hürth und Andernach, die wirklich toll waren“, sagte er am Mittwoch. „Die Bands haben einfach Lust auf Toys2Masters, und auch das Publikum ist begeistert und viele hören sich inzwischen alle Künstler an, statt nur für die befreundeten Musiker zu kommen und dann wieder zu gehen.“

Darauf sind die Wettbewerbsteilnehmer auch angewiesen, denn in der Vorrunde zählen einzig und allein die Stimmen der Besucher. Nach weiteren Auftritten im Mai, vor denen in ersten Workshops die Fähigkeiten der Musiker verbessert werden sollen, entscheidet sich dann, welche 24 Bands ins Viertelfinale einziehen; ab diesem Zeitpunkt hat – parallel zu den Zuschauern – auch eine Fachjury ein Mitspracherecht, die zusätzlich auch die begehrten „Master of“-Titel für die talentiertesten Instrumentalisten und Songschreiber vergibt.

Wer letztlich alle Hürden überwindet und auch das Finale im Beueler Brückenforum für sich entscheiden kann, erhält unter anderem einen fünftägigen Aufenthalt in einem Tonstudio sowie einen Slot auf der Hauptbühne von Rhein in Flammen im nächsten Jahr und eine Nominierung für das PopCamp des Deutschen Musikrats.