Bonner und Kaliningrader erörtern Themen von Kultur bis Soziales

Ein junges Parlament

Nach der Gründung eines deutsch-russischen Jugendparlamentes stellen die Jugendlichen mit Felix von Grünberg (8.v.l.) ihre Pläne und Ziele im Alten Rathaus vor.

Nach der Gründung eines deutsch-russischen Jugendparlamentes stellen die Jugendlichen mit Felix von Grünberg (8.v.l.) ihre Pläne und Ziele im Alten Rathaus vor.

BONN/KALININGRAD. Die Städte Bonn und Kaliningrad haben jetzt ein gemeinsames Jugendparlament. Im nordrhein-westfälischen Landtag unterzeichneten die Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Vereinbarung. "Wir wollen, dass sich die Städte besser kennenlernen und die politische Bildung fördern", sagte Sprecher Vitaly Krutsch, der Stipendiat der Friedrich-Ebert-Stiftung ist.

Im Parlament, das jährlichen zusammenkommen soll, sitzen zurzeit 15 russische und 17 deutsche Vertreter. Ziel ist, auf jeder Seite 25 Jugendliche zu haben. "Jeder, der sich für die Themen interessiert, kann bei uns mitmachen", so Krutsch.

Die sind vielfältig und vor allem kommunal. Kultur, Politik, Bildung und Soziales gehören dazu, ebenso wie der Austausch unter Schülern und Studenten sowie Jugendinitiativen. "Es gib schon konkrete Pläne in beiden Städten", erzählte Hedda Werres, die seit einem Jahr an der Bertolt-Brecht-Gesamtschule Russisch lernt und so auf das Jugendparlament aufmerksam wurde.

An ihrer Schule wollen die Jugendlichen die Organisation Arbeiterkind unterstützen, die sich zum Ziel gesetzt hat, den Anteil der Nicht-Akademikerkinder an den Hochschulen zu erhöhen und diesen auf dem Weg zum Studienabschluss zu helfen.

In Kaliningrad will das Parlament sanitäre Einrichtungen für ein Kinderdorf errichten. "Aus der Bundespolitik wollen wir uns zunächst heraushalten, wir wollen von unten bei den Bürgern anfangen", sagte Krutsch.

Entstanden ist das Parlament aus dem 2014 gegründeten deutsch-russischen Jugendforum und wurde auch vom Bonner Verein für Jugendförderung vorangetrieben. Bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten gibt es einen Jugendaustausch zwischen Bonn und Kaliningrad.

Der Landtagsabgeordnete Felix von Grünberg sieht das Jugendparlament als bisher "einmalige Institution", weil sie den Austausch zwischen Ländern auf kommunaler Ebene forciere. "Es ist eine Chance, mit der die Jugendlichen ihre Ansichten politisch einbringen können", sagte er. Denkbar wäre, dass dieses Projekt auf andere Partnerschaftsstädte ausgeweitet werde.