Kommentar zum Pantheon-Vertrag

Ein großes Glück

Rainer Pause (links) setzt seinen Namen unter den Vertrag für die Halle Beuel, danach unterzeichnet Oberbürgermeister Ashok Sridharan.

Rainer Pause (links) setzt seinen Namen unter den Vertrag für die Halle Beuel, danach unterzeichnet Oberbürgermeister Ashok Sridharan.

Bonn. Die Stadt Bonn kann wirklich froh sein, dass sie es mit Künstlern zu tun hat und nicht mit knallharten Wirtschaftsmanagern. Die hätten wahrscheinlich angesichts des maroden Zustands der Halle Beuel längst abgewinkt.

Aber so sind Künstler eben: kreative Querköpfe, die eine Idee haben, vielleicht auch eine Eingebung, und ihren Traum vom musischen Glück leben wollen.

Klar, der Rat hat, unter dem Druck einzelner und so manches Mitwettbewerbers in der Stadt, beschlossen, dass das Pantheon keine Vergünstigungen bekommen soll. Soll es auch nicht. Aber wenn ein Hausbesitzer seinen abgewrackten Besitz zu übertriebenen Konditionen vermieten würde, wäre das Geschrei zu Recht groß.

Die Stadt kann in diesem Falle höchst zufrieden sein. Sie ist eine ungeliebte Liegenschaft los, in die sie in den vergangenen Jahren nur das unbedingt Nötigste investiert hat, und bekommt für die „Schrottimmobilie“ nicht nur Geld,die Halle wird in den nächsten Jahren auch deutlich aufgewertet.Zudem wird die Stadt am Erfolg des Pantheon beteiligt. Erwirtschaftet das Theater Überschüsse, muss es davon ein Drittel an die Stadt abtreten. Das ist fast schon unanständig.

Man kann nur den Hut vor den Pantheon-Betreibern ziehen. Und vor den vielen Helfern und Unterstützern. Ihnen ist es zu verdanken, dass Bonn diese Institution weiterhin in ihren Stadtgrenzen behalten darf – auch wenn es sich ja um die „Walachei“ handelt, wie Rainer Pause immer augenzwinkernd über Beuel scherzt. Pause nimmt es nicht nur gelassen, sondern auch humorvoll: Seinen Umzug nach Beuel bezeichnet der Kabarettist als „Missionierungstour“. Hoffen wir das Beste!