Bonner Künstlerforum fördert Kinder

Ein besonderer Zugang zur Kunst

Malen im Liegen: Ilknur (rechts), Michelle (links) und die anderen Kinder bringen Motive aus den Setzkästen auf Papier.

BONN. "Ich würde gerne öfters ins Museum gehen", sagt Lena (9). Sie sei in ihrer Heimatstadt Görlitz mal in einem Kunst- und Kulturmuseum gewesen, so die Grundschülerin, aber in Bonn noch nicht. Deshalb findet sie es im Bonner Künstlerforum durchaus spannend.

Das macht sie noch bis zu den Sommerferien im Rahmen des Projektes "Kunstdialog im Gespräch mit Bildern" der Jugendkunstschule Artefact. Die ist dafür eine Kooperation mit der Schule, ihrer offenen Ganztagsschule und dem Jugendzentrum "Uns Huus" eingegangen. 20 OGS-Kinder beteiligen sich daran. Sie erstellen eine Art Album der Dinge, die sie schon gesehen und gemalt haben. In Lenas Heft sind Bilder von den Ausstellungen im Künstlerforum, aber auch von einem Trickfilm, den die Gruppe gesehen hat.

Die Kinder werden von Valerie Häußler, Elisabeth Reichegger und Marlene Schmitz betreut, Dozentinnen der Jugendkunstschule im Artefact. Das Projekt wird vom "Kultur macht stark"-Bündnis des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert, zunächst bis 2016. Es gebe die Möglichkeit, diese Förderung bis 2017 zu verlängern, sagt Dorothee Irnich-Eßer, Leiterin der Jugendkunstschule. Das sei eine Begegnung auf verschiedenen Ebenen, urteilt Schulleiter Ralf Ewen.

Dazu gehört auch "Uns Huus", das auch Räume für das Projekt zur Verfügung stellt. "Der größte Teil der Kinder, die das Jugendzentrum besuchen, geht auf die Karlschule", sagt Leiter Wolfgang Hüttermann. "Wir erleben viele, die keinen Zugang zu kulturellen Einrichtungen haben." Das Projekt mache das möglich - und nebenbei erhielten die Kinder, die das Jugendzentrum noch nicht kennen, einen ersten Eindruck davon.