Fiesta Viktoria

Ein Viertel voller Lebensfreude

Bonn. Bunt, entspannt und ein bisschen verrückt: So, wie das ausrichtende Viertel gerne gesehen werden will, hat sich am Freitag die inzwischen vierte Auflage der Fiesta Viktoria präsentiert.

Konzerte, Lesungen und Ausstellungen in sieben Lokalitäten entlang der Franziskaner- und der Stockenstraße lockten passend zum Abschluss der 23. Weltklimakonferenz die Menschen in das Quartier. Warum? Weil es möglich war.

Die Proteste gegen die geplante Umgestaltung des Viertels, die noch vor zwei Jahren die erste Veranstaltung dieser Art begleiteten und diese in gewisser Weise aus der Taufe gehoben haben, sind längst in andere Bahnen gelenkt worden, so dass das Fest nun vor allem dazu diente, die beteiligten Läden als Orte für Kultur und Lebensfreude zu präsentieren.

Überraschenderweise war das Café Blau, in dem sonst immer die meisten Besucher Platz fanden, bei der aktuellen Fiesta Viktoria nicht mit von der Partie. Dafür wurde es in dem beliebten persischen Restaurant „Iss Dich Glücklich“ bei der brasilianischen Tanzmusik von Elton Raville gemütlich, während im Zebulon Punk- und Acid-Pop-Fans auf ihre Kosten kamen. In „The 9th“ eröffnete derweil The Salvation Gang aus Frankfurt das Konzertprogramm – später stand mit Kochkraft durch KMA noch eine gerade in der Region überaus populäre Band auf der Bühne und hämmerte rotzigen deutschen Partyrock hinaus in die Nacht.

Ärgerlich allerdings: Noch bevor überhaupt der erste Ton erklungen war, hatte ein Nachbar schon das Ordnungsamt alarmiert, weil es ja vielleicht später zu laut werden könnte. Dabei war die Fiesta schon lange angekündigt und auch angemeldet worden, und zwar nicht nur mit Konzerten. Bei Kann-Heyne fand ein Poetry-Slam statt, während Bergfeld's Bioladen einen Blick auf die vergangenen zehn Jahre des Viktoriaviertels warf.