Kommentar zum Sanierungsstau an Schulen

Ein Trauerspiel

Wasserschäden im Stadtarchiv: Das Stadthaus hat Sanierungsstau, wie viele Gebäude in Bonn.

Wasserschäden im Stadtarchiv: Das Stadthaus hat Sanierungsstau, wie viele Gebäude in Bonn.

BONN. Eklige Toiletten, gesperrte Turnhalle: Der Sanierungbedarf in Schulen ist groß, obwohl die Stadt viel Geld investiert.

Die Stadt Bonn investiert zurzeit sehr viel Geld in ihre Schulen. Rund 40 Millionen Euro in die neue Gesamtschule in Kessenich, gut 26 Millionen in die Marie-Kahle-Gesamtschule und Nordschule. Ohne Frage, das sind gut investierte Euro. Doch diese Investitionen können nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Sanierungsstau in den städtischen Schulen und Hallen nach wie vor groß ist.

Das jüngste traurige Beispiel ist die Rheinschule in Endenich, wo die Schüler neben vielen Vereinsmitgliedern auf unabsehbare Zeit die Turn- und Schwimmhalle wegen der defekten Lüftungsanlage nicht mehr nutzen können.

Anderes Beispiel: An der Münster-Grundschule mieden die Kleinen so gut es ging vor lauter Ekel die noch aus den 1950er Jahren stammenden Sanitäranlagen. Nur dank der Unterstützung des Fördervereins der Schule konnten die Toiletten endlich erneuert werden. Ein sicher lobenswerter Einsatz. Aber eigentlich ein Trauerspiel. Denn die Instandhaltung ist Sache des Besitzers. Ach ja, seit wie vielen Jahren umhüllen Planen provisorisch die Aula der Bertolt-Brecht-Gesamtschule, weil die vorgehängte Glasfassade nicht stand hielt? Seit zehn Jahren!

Doch nicht nur in den Schulgebäuden besteht erheblicher Sanierungsbedarf. Auch andere städtische Immobilien sind marode. Allen voran das Stadthaus, in dem das Archiv nach jedem starken Regen nasse Füße bekommt. Das ist die Quittung dafür, dass die städtischen Immobilien stets als Sparschwein gedient haben und oft lediglich Flickschusterei betrieben wird.