TC Grün-Weiß Dransdorf

Ein Tennisplatz für kleine Leute

Wird gerne von den Kindern genutzt: Auf dem Mini-Tennisplatz fliegen die Bälle langsamer. Ein Platz für die Erwachsenen ist vier Mal so groß wie dieses Spielfeld, das die Clubmitglieder selbst anlegten.

DRANSDORF. Normalerweise dauert es Jahre, bis in einem Verein eine Neuausrichtung Früchte trägt. Beim Tenniclub Grün-Weiß Dransdorf ging es innerhalb von gerade mal sechs Monaten.

Der Vereinsvorstand unter dem neuen Vorsitzenden Ulf Schmidt-Brekenfeld investierte in Plätze, renovierte hier und da und schaffte neue Technik an. Der Lohn: "Wir haben 78 neue Mitglieder", sagt der 43-Jährige, der seit Jahren auch Trainer des Clubs ist. Damit stieg die Mitgliederzahl auf 425 Personen, davon sind 150 Jugendliche.

Der Reihe nach: Die Mitglieder bauten in Eigenleistung einen Kindertennisplatz, der nur ein Viertel eines großen Spielfeldes misst. Spieler bis neun Jahre können dort mit langsameren und größeren Bällen trainieren, was auch den Erwachsenen zugute kommt. "Das entlastet die anderen sechs Plätze", erklärt Schmidt-Brekenfeld.

In diesem Zuge wurde auch die Tenniswand restauriert, das Clubheim von der Ersten Herrenmannschaft in einer Nacht- und Nebelaktion gestrichen, eine Mauer saniert und der Spielbetrieb stärker ins Zentrum gestellt. Es gab mehrere Turniere für Anfänger und Neumitglieder, in den Wohngebieten wurde gezielt für den Club geworben. Außerdem steht das Clubhaus unter neuer gastronomischer Leitung. Pächter ist Oliver Schenk, ein gelernter Koch, der auch Kochkurse anbietet und den früheren Wirt Willi Koszuch ablöste.

Aber auch medial stellte sich der Club auf neue Füße. Nicht nur, dass er jetzt bei Facebook präsent ist, er schaffte auch eine elektronische Belegungstafel an, über die Mitglieder per Internet sowohl den Hallenplatz als auch einen Außenplatz buchen können. "Das ist vor allem gut für Berufstätige", sagt Schmidt-Brekenfeld.

Insgesamt hat der Vorstand Familienfreundlichkeit und Breitensport auf seine Fahnen geschrieben. Und das zahlte sich aus: Dank der Neumitglieder ist die finanzielle Basis des Clubs besser geworden. Und wurde vor einem Jahr noch bei der Stadt um eine Finanzspritze angefragt, um Investitionen zu tätigen und weil der Verein hohe Erschließungskosten für die Anlage bezahlen muss, ist dieses Problem nun in den Hintergrund getreten. "Wir kommen zwar nicht drum herum, dieses Geld zu bezahlen, aber das können wir stemmen, weil wir finanziell gut aufgestellt sind, auch durch Werbeeinnahmen und Sponsoring", sagt der Vorsitzende. Von den insgesamt 78 000 Euro seien noch rund 50 000 Euro offen. Und das abzutragen, sei zu schaffen.

Die positive Stimmung habe jedenfalls eine hohe Hilfsbereitschaft bei den Mitgliedern des Vereins zur Folge gehabt. "Das sparte uns bares Geld und hat für ein Wir-Gefühl gesorgt", sagt der Vorsitzende. Und davon habe auch das Selbstbewusstsein profitiert, denn: "Wir fühlen uns als starker Verein."