Weltladen Bonn

Ein Teil des Sortiments wechselt ständig

Angela Semmelroth (2. Vorsitzende) verschenkte zur Feier des Tages fairen Kaffee und Kuchen an die Kunden.

BONN. Ein ganzes Regal voller Kaffee- und Teesorten, daneben verschiedenste Gewürze, Colaflaschen und Turnschuhe. Das Sortiment des Weltladens in der Altstadt ist so bunt wie die Einrichtung. Am Dienstag feierte der Laden für faire Produkte sein einjähriges Bestehen.

Das Ladengeschäft an der Maxstraße besteht schon seit mehr als 20 Jahren als einer von über 800 Weltläden deutschlandweit. Im September 2013 aber übernahm der eigens für diesen Zweck gegründete Verein "Weltladen Bonn" die Geschäftsführung. Dem bisherigen Betreiber, Fair-Handelszentrum Rheinland, boten die Räume nicht mehr genug Lagerfläche. "Am Anfang waren wir unsicher, ob wir es schaffen, die Öffnungszeiten zu übernehmen", erinnert sich Ann-Kathrin Voge, Vorsitzende des Weltladenvereins.

Vor einem Jahr arbeiteten in dem Verein nur rund ein Dutzend Mitarbeiter, heute sind es um die 50. "Alle sind total verschieden", erzählt Voge, "deshalb macht die Arbeit hier noch mehr Spaß." Rentner, Studenten, Berufstätige und Eltern engagieren sich im Weltladen - kein einziger von ihnen wird bezahlt, alle arbeiten ehrenamtlich. So seien fast alle Schichten besetzt worden, auch das Weihnachtsgeschäft kurz nach der Öffnung habe der Verein gut gemeistert, sagt Voge.

Der Handel mit fair produzierten Produkten nimmt in Deutschland stetig zu. Auch wenn Voge den Eindruck hat, es gebe immer mehr Kunden im Weltladen, schränkt sie ein: "Das bezieht sich hauptsächlich auf die Supermärkte." Die Siegel im Weltladen würden sich von den üblichen unterscheiden: "Im Supermarkt fehlt die politische Arbeit", meint Voge. Bei Siegeln wie Gepa oder El Puente aus dem Weltladen-Angebot achten die Hersteller auf dauerhafte Beziehungen mit ihren Produzenten und helfen diesen auch in Notsituationen aus. Mit der Nachfrage steigt das Angebot an fairen Produkten. "Wir könnten das Sortiment eines ganzen Supermarktes anbieten", sagt Voge. Wegen des begrenzten Platzes in der Maxstraße wechselt deshalb ein Teil des Sortiments ständig. So gibt es dort neben dem klassischen fairen Kaffee auch fair hergestellte Hängematten, Grillsoßen oder Geschirr.

Im letzten Jahr habe sich der Verein um den Weltladen bemüht, neben Produkten auch Bildungs- und Veranstaltungsangebote aufzubauen, sagt Voge. "Wir wollen alle Zielgruppen ansprechen." So gab es schon Lesungen für Kinder oder Vorträge zum Schutz der Menschenrechte. Als nächstes großes Projekt steht die Aktion Faire Wochen vom 12. bis zum 26. September an. Dabei beteiligt sich der Laden unter anderem mit einer Weinprobe oder der großen fairen Modenschau samstags auf dem Münsterplatz.