Bonner Flüchtlings-Hilfsnetzwerkes

Ein Fall für "Die Macher"

"Die Macher" bei der Arbeit: Joshua Innerlich (r.), Johannes-Robert Bruch (Mitte) und Marc Chmielewsky renovieren Aminas Küche. FOTO: KNOPP

"Die Macher" bei der Arbeit: Joshua Innerlich (r.), Johannes-Robert Bruch (Mitte) und Marc Chmielewsky renovieren Aminas Küche.

TANNENBUSCH. Amina kam 2004 aus Somalia nach Deutschland. "In meinem Land hatte ich Probleme", erzählt sie. Es war so schlimm, dass sie floh. In Deutschland bekam sie nach drei Jahren eine eigene Wohnung in Tannenbusch.

Die war allerdings nicht im besten Zustand. Sie sprach Mitglieder einer Schwesternschaft an, und die vermittelten sie an "Die Macher": Ehrenamtliche Mitglieder des Bonner Flüchtlings-Hilfsnetzwerkes renovieren derzeit Aminas Wohnung.

Sie musste ihre Familie in Somalia zurücklassen, weiß nur, dass auch einige andere Angehörige fliehen konnten, aber nicht, wohin. Sie hat in Bonn eine Anstellung gefunden: "Ich arbeite als Putzfrau." Ihre Familie wolle sie auch nach Bonn holen. "Ich muss dafür aber erst einen Test machen." Über die Hilfe freut sie sich sehr. Das Wohnzimmer hat die Bewohnerin bereits selbst gestrichen, um Küche und Flur kümmern sich Joshua Innerlich, Marc Chmielewsky und Johannes-Robert Bruch. Mit dabei sind neben weiteren Helfern auch Rüdiger Sweere von der Katholischen Jugendagentur (KJA) Bonn und Anna-Lena Lohmüller, Pressereferentin der Katholischen Jugendagentur Bonn gGmbH (KJA Bonn). Diese beiden Gruppen haben das "Bonner Netzwerk für unkomplizierte Flüchtlingshilfe" ins Leben gerufen und organisieren sich über Facebook.

Bislang hatte das Netzwerk bereits Kleidung und Spielzeug für Flüchtlinge in Bonn gesammelt. Aminas Wohnung ist der erste Renovierungsauftrag, aber es folgen weitere, unter anderem will man laut Lohmüller einer alleinerziehenden Mutter mit vier Kindern helfen. Aber erst mal kümmern sie sich um Aminas Wohnung, in der unter anderem auch das nicht mehr richtig funktionierende Schloss erneuert werden musste: Einige Mängel waren auch lebensbedrohlich: "Über dem Starkstromkabel klebte nur Klebeband", so Sweere. Außerdem falle die alte Küche fast auseinander. Deshalb wurde Ersatz beschafft: "Uns wurde eine Küche aus einer der Wohnungen des Pfarrhauses von Sankt Joseph in Beuel gespendet", erklärt Lohmüller.

Das Netzwerk sucht Kontakte zu neuen Mitarbeitern, Spendern und Flüchtlingen. Ansprechpartner für den BDKJ ist Lara Mohn unter Tel. 02 28/ 62 91 99 96 und für die KJA Rüdiger Sweere unter Tel. 02 28/92 65 27 44. Weiter Infos auf www.facebook.com/ groups/dieMacher, www.BDKJBonn.de und www.kja-bonn.de.