Kommentar

Eile ist geboten

Walter Ullrich vor dem Kleinen Theater Bad Godesberg.

Walter Ullrich vor dem Kleinen Theater Bad Godesberg.

Bonn. Die langen Verhandlungen und vielen Gespräche zwischen der Stadt Bonn und dem potenziellen Käufer des kleinen Theaters haben zu nichts geführt. Jetzt ist der Kaufinteressent abgesprungen, und die Zukunft des beliebten Theaters steht wieder in den Sternen. die Ausschreibung sollte nun schnell erfolgen.

Das sind keine guten Nachrichten für Bad Godesberg. Verständlich ist vor allem der Frust von Intendant Walter Ullrich, der das Haus einst gegründet hat und natürlich mit ganzem Herzen an seinem Lebenswerk hängt. Er muss nun wieder um die Zukunft des Kleinen Theaters bangen.

Man kann jetzt trefflich darüber streiten, wieso es am Ende überhaupt zu diesem Pokerspiel gekommen ist. Andererseits ist das auch müßig, nachdem das Kind in den Brunnen gefallen ist. Aber eine Frage sei dennoch erlaubt: Warum hat die Stadt eigentlich nicht von vorn herein und frühzeitig eine öffentliche Ausschreibung mit kultureller Nutzung des Gebäudes in Erwägung gezogen? Schließlich ist ja nicht erst seit vorigem Jahr bekannt, dass der Mietvertrag mit Ullrich nächstes Jahr ausläuft.

Andererseits hat der Verein um Theatermacherin Montazem die Stadt auch gewaltig unter Zeitdruck gesetzt, indem er die Rettung des Theaters in Frage stellte, wenn nicht bis Ende Januar der Vertrag abgeschlossen sei. Heraus kam ein Entwurf, bei dem die Politiker zu Recht auf Nachbesserung pochten – und die ja dann auch mit breiter Mehrheit beschlossen haben. Es war das gute Recht des Kaufinteressenten, diese Änderungen abzulehnen. Allerdings ist man doch verwundert darüber, dass es am Ende – bei der ohnehin moderaten Kaufsumme – an der Zahlungsmodalität gelegen haben soll. Jetzt ist Eile geboten. Die Ausschreibung sollte so schnell wie möglich erfolgen. Weitere Interessenten stehen ja bereit.