Abhandlung von André Koch

Eifel-Wolf ist Symbol für Ausrottung und Neubeginn

Ein ausgestopfter Eifel-Wolf ist das älteste Präparat im Museum Koenig.

Ein ausgestopfter Eifel-Wolf ist das älteste Präparat im Museum Koenig.

Bonn. Ein ausgestopfter Eifel-Wolf ist das älteste Präparat im Museum Koenig. Der ehrenamtliche Mitarbeiter André Koch hat über das Tier eine Abhandlung verfasst und stellt ihn als Symbol für Ausrottung und Neubeginn dar.

Das Verhältnis zwischen Mensch und Wolf war immer schwierig, Letzterer hatte in früheren Zeiten meist das Nachsehen bis zur Ausrottung. Aber auch heute, wo die Rückkehr in einigen Teilen Deutschlands geglückt ist, wirft man dem Wolf wieder - wohl zu Recht - vor, Schafe gerissen und - wohl zu Unrecht - Menschen angegriffen zu haben. Zeuge und Symbol dieser Feindschaft ist der "Eifel-Wolf" im Museum Koenig.

Über den Eifel-Wolf hat André Koch, ehrenamtlicher Mitarbeiter des Museums, einen Bericht in der Schriftenreihe Koenigiana verfasst. Der ausgestopfte Wolf, dargestellt mit gefletschten Lefzen wie eine wilde Bestie, erlegte laut Koch im Jahr 1860 ein Mitglied der Grafenfamilie von Fürstenberg zu Stammheim im Gerolsteiner Ortsteil Birresborn in der Vulkaneifel. Franz Egon von Fürstenberg, später zum Grafen erhoben, galt als Kunstmäzen und unterstützte unter anderem die Aufstellung der Beethovenstatue auf dem Bonner Münsterplatz. Er starb 1858. Seine Söhne Gisbert-Egon und Klemens Egon kommen als Wolfsjäger in Betracht, Letzterer war 1860 allerdings erst 14 Jahre alt.

Eine Tötungsprämie, wie sie damals vom preußischen Staat ausgezahlt wurde, gab es für diesen Wolf nicht: Der Staat, schreibt Koch, verlangte damals als Beweis für die Erlegung den rechten Vorderlauf und die Ohren des Tieres.

Der Eifel-Wolf hat beides noch, wurde also wohl Bestandteil des gräflichen Naturalienkabinetts. Was aus diesem geworden ist, konnte der Verfasser nicht ermitteln, vermutlich wurde es im Zweiten Weltkrieg zerstört. Der Wolf entging diesem Schicksal, weil Adolf von Jordans ihn zwischen 1921 und 1957 nach Bonn holte. Er war zunächst Assistent des Museumsgründers Alexander Koenig, nach dem Krieg dessen Nachfolger als Direktor. Über Familienbande konnte er den Eifel-Wolf fürs Museum erwerben - wann genau, ist nicht bekannt, da Jordan laut Koch nicht für seine akribische Dokumentation der Exponate bekannt war. Jedenfalls ist er das älteste Exponat im 1912 gegründeten und 1934 eröffneten Museum in Bonn.

Hoffnung auf mehr Akzeptanz für den Wolf bei den Menschen

Früher, schreibt Koch, habe man bei diesem und anderen Ausstellungsstücken noch Informationen wie die Entfernung des Fundortes zu Bonn auf einer Straßenkarte gesehen. Der Autor kritisiert, dass das heute nicht mehr der Fall ist.

Für ihn ist der Eifel-Wolf nicht nur Zeugnis für den Untergang der Wolfspopulation in Deutschland im 19. Jahrhundert, sondern auch eine Art Botschafter gegen das schlechte Image dieses zurückgekehrten Raubtieres. Es sei zu hoffen, "dass die sich neu ansiedelnden Wölfe auf mehr Akzeptanz treffen, wenn sie bald wieder in ihre ursprünglichen linksrheinischen Reviere zurückkehren werden". Man müsse wieder lernen, "die Natur mit den ursprünglichen Wildtieren unserer Heimat zu teilen".