Kommentar zum SGB

Ehrlicher Schritt

Bekommt zehn neue Stellen: SGB-Chefin Marion Duisberg an ihrem Arbeitsplatz.

Bekommt zehn neue Stellen: SGB-Chefin Marion Duisberg an ihrem Arbeitsplatz.

Bonn. Das Städtische Gebäudemanagement Bonn (SGB) erhält zehn zusätzliche Stellen, um drängende Aufgaben erledigen zu können.

Aussitzen ist keine Option. Wer über Jahrzehnte nicht genug Geld in seine Gebäude investiert, erhält irgendwann unweigerlich die Quittung dafür. Ob es die Deutsche Bahn ist, die plötzlich 30 statt 13 Millionen Euro für die Sanierung des Hauptbahnhofs aufwenden muss. Oder das Land NRW, das sein altes Behördenhaus an der B 9 vermutlich nur noch abreißen kann. Oder die Stadt, der in der Beethovenhalle die Kosten im Wochentakt um die Ohren fliegen.

Jahrzehntelang hat es die Stadtverwaltung – mehr oder weniger – mit Aussitzen versucht. Das ist jetzt vorbei. Zum ersten Mal zeigt sie in einer schonungslosen Bestandsaufnahme, wie schlimm es um viele kommunale Gebäude wirklich steht und wie hoch der Bedarf für Neubauten ist. Das Städtische Gebäudemanagement selbst und das Personalamt legen außerdem offen, dass es im SGB massive Organisationsmängel gibt, die eine erfolgreiche Arbeit erschweren. Das ist ein wichtiger, ehrlicher Schritt.

Zusätzliche Stellen für das SGB zu schaffen, ist wohl alternativlos. Es gehört zu den Pflichtaufgaben der Kommune, für ausreichend Platz in Kindergärten und Schulen zu sorgen – genau in diesen Bereichen sollen die zehn neuen Ingenieure und Architekten arbeiten. Ob das SGB aber wirklich 64 neue Stellen benötigt, werden die Ratsmitglieder sorgfältig zu prüfen haben. Da man die gefragten Fachkräfte nicht mit befristeten Verträgen bekommen wird, geht es um gewaltige Personalkostensteigerungen auf Jahrzehnte hinaus.

Hier die richtige Stellenzahl zu finden, die Balance zwischen Aufgabendruck und Langzeitkosten zu wahren, wird nicht einfach. Zumal die Stadt auch nicht umhinkommt, ihr jährliches Instandhaltungsbudget von derzeit rund 20 Millionen Euro spürbar zu erhöhen – sonst wächst der Sanierungsstau weiter. Wenn das SGB seine interne Organisation verbessert – was zwingend geschehen muss –, kommt es wahrscheinlich auch mit weniger Verstärkung aus.