Wiedereröffnung der Stadtteilbücherei Dottendorf

Ehrenamtsarbeit "von Nutzern für Nutzer"

Freuen sich über die Wiedereröffnung der Dottendorfer Stadtteilbibliothek: Herbert Kaupert (von links), Lore Görgen, Ulrike Quiel und Holger Clausen.

Freuen sich über die Wiedereröffnung der Dottendorfer Stadtteilbibliothek: Herbert Kaupert (von links), Lore Görgen, Ulrike Quiel und Holger Clausen.

Dottendorf. Eine lange Zeit des Kämpfens ist inzwischen auch in Dottendorf zu Ende gegangen. Die Stadtteilbibliothek im Ortszentrum ist seit vergangenen Dienstag unter ehrenamtlicher Führung wieder eröffnet, nachdem sich die Bürger unter dem Förderverein Kultimo unermüdlich gegen die endgültige Schließung der Einrichtung gewehrt hatten. Am Freitagabend wurde das gefeiert.

Die Besucher sahen ein Schattenspiel von Renate Mengler, bei dem die Bücher selbst zu Wort kamen. Und Michael Fischell sein „Kultimolied“, das er schon 2010 bei den ersten Widerständen gegen eine drohende Schließung gedichtet hatte. Den Text hat er leicht verändert, das Lied würdigt die 40 Ehrenamtler, die sich zur Mitarbeit in der Stadtteilbibliothek bereiterklärt haben.

Eine davon ist Christine Kiepsel, die ihren ersten Einsatz am Donnerstag Vormittag hatte. Aufgeregt sei sie vorher nicht gewesen. „Ich habe mich gefreut, dass ich wieder neue Erfahrungen machen kann“, sagte sie. Sie und die anderen Freiwilligen wurden in den letzten Monaten durch Martina Dahmen, Mitarbeiterin der Stadtbibliothek, in der Büchereiarbeit geschult. In der Dottendorfer Stadtteilbibliothek war sie vorher nie als Leserin. Aber sie lese gerne, sagte sie, und war deshalb dem Aufruf gefolgt.

Für Dottendorf sei die Stadtteilbibliothek ein wichtiger Ort, meinte Anke Sauer-Fresen, die unter anderem Vorsitzende des Vereins Kultimo war. Die wenigsten Eltern würden mit ihren Kindern den Weg zum Haus der Bildung in der Innenstadt auf sich nehmen, sagte sie. Es sei wichtig, dass Bücher für die „Leser der Zukunft“ fußläufig erreichbar seien. „Die Bibliothek trägt auch dazu bei, dass man sich hier verwurzelt fühlt.“ Das neue Modell findet sie gut: Es sei Arbeit „von Nutzern für Nutzer“. Man bekomme die Chance, sich zu engagieren. „Die Ehrenamtler kennen die Leute, die hier herkommen.“

Der erste Eindruck des neuen Betriebes sei positiv, fand die Kultimo-Vorsitzende Lore Görgen. Für sie ist der Kampf noch nicht vorbei: Man will auch das immerhin prämierte Förderprojekt Oledo behalten. „Im Vertrag ist das noch nicht verankert.“ Aber Oberbürgermeister Ashok Sridharan und Kulturdezenent Martin Schumacher hätten sich des Themas angenommen.

Die Stadtteilbibliothek an der Dottendorfer Straße 41 ist dienstags bis freitags von 10 bis 12 und von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Infos auf www.kultimo.de.