Christian Bode

Ehemaliger DAAD-Generalsekretär erhält Bundesverdienstkreuz

Bei der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Christian Bode: (von links) Margret Wintermantel, Svenja Schulze und Dorothea Rüland.

Bonn. Da reiste sogar Ministerin Svenja Schulze aus Düsseldorf an, um Christian Bode an seiner ehemaligen Arbeitsstätte, dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD), das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse anzuheften.

Mit dem Orden werde Bode, der von 1990 bis 2010 DAAD-Generalsekretär war, ausgezeichnet für seine prägende Rolle bei der Gestaltung der Wissenschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und dem Ausland, so die NRW-Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Forschung.

"Christian Bode war über zwei Jahrzehnte das Gesicht des Wissenschafts- und Forschungsstandorts Deutschland im Ausland", sagte Schulze. Es sei ihm immer überaus charmant gelungen, intellektuelle Brillanz mit gesundem Pragmatismus zu vereinen.

"Mit dieser besonderen Gabe und einem außerordentlichen Engagement haben Sie ausländische Studierende und Forscher immer wieder für das Wissenschaftsland Deutschland begeistert." Bode habe maßgeblich dazu beigetragen, dass der DAAD heute nicht nur die größte, sondern auch eine der renommiertesten Austauschorganisationen weltweit sei.

Der Festakt war denn auch für den DAAD ein freudiger Anlass, Bode zu ehren. "Mit seiner charismatischen Persönlichkeit, seiner ausgeprägten Kreativität und seinem weitsichtigen Denken ist es Christian Bode gelungen, wissenschaftspolitisch wegweisende Veränderungen durchzusetzen", erklärte DAAD-Präsidentin Margret Wintermantel.

Unter seiner Leitung habe sich der DAAD zur weltweit größten Förderorganisation für den wissenschaftlichen Austausch mit deutschen Universitäten entwickelt. In seiner Dankesrede sagte Bode: "Wir brauchen mehr und bessere globale Regelungen für einen fairen Umgang miteinander, und das gelingt nur in partnerschaftlicher Zusammenarbeit. Wir brauchen wirkliche Weltbürger."

1942 in Cottbus geboren, studierte Bode Rechtswissenschaften in Bonn, Berlin und Kiel, promovierte 1971 in Bonn und arbeitete von 1972 bis 1982 im Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft. Ab 1973 war er Vorstandsreferent am Kernforschungszentrum Karlsruhe, ab 1982 Generalsekretär der Westdeutschen Rektorenkonferenz und ab 1990 DAAD-Generalsekretär.

Gleich zu Beginn seiner DAAD-Amtszeit erreichte er, dass die mehr als 7000 ausländischen Stipendiaten der ehemaligen DDR in die Förderung des DAAD übernommen werden konnten.

Nach dem Zusammenbruch der UdSSR sorgte er für den Aufbau gemeinsamer Stipendienprogramme mit den 15 neuen osteuropäischen Staaten. In den 20 Jahren seiner Tätigkeit stieg die Zahl der Geförderten in dieser Region von 2000 auf 18.000. Seit 2011 ist Bode als Berater im Bereich Internationalisierung der Hochschulen aktiv. Der vielfach Ausgezeichnete ist verheiratet und hat drei Kinder.