Robocop-Junior-Meisterschaft

Duell der künstlichen Intelligenzen

Victor (l.) und Alexander fiebern mit ihrem kleinen Roboter, der er es gegen das gegnerische Schlachtschiff nicht leicht hat.

Victor (l.) und Alexander fiebern mit ihrem kleinen Roboter, der er es gegen das gegnerische Schlachtschiff nicht leicht hat.

02.02.2016 BONN. 40 Teams haben sich am Sonntag im Deutschen Museum zur Generalprobe für den westdeutschen Entscheid zur deutschen Robocup-Junior-Meisterschaft getroffen.

Klein, leicht und wendig ist der Fußball-Roboter von Team Oyava. Das macht ihn aber auch anfällig. Beim Match gegen den größeren und wuchtigeren Konkurrenten eines Teams des städtischen Gymnasiums in Haan hatte er es schwer, an den Ball zu kommen. Aber immerhin: Das Spiel endete unentschieden mit 1:1, durchaus ein Erfolg für die Schüler der Königswinterer Christophorusschule (CJD).

Im Deutschen Museum ging es letztlich nicht um Siege oder Punkte. „Es geht darum zu gucken, ob die Roboter tun, was sie sollen“, sagte Organisator Winfried Schmitz, „und darum, dass die Teilnehmer Wettbewerbsatmosphäre schnuppern.“ Jetzt können sie noch baulich und bei der Programmierung der künstlichen Intelligenz nachjustieren.

Der Lehrer am CJD richtet diese Testveranstaltungen im Museum seit elf Jahren aus, immer im Vorfeld zu den Meisterschaften. In diesem Jahr ist das besonders spannend: Nach dem westdeutschen Entscheid Ende Februar an der Hochschule Sankt Augustin und der deutschen Junior-Meisterschaft im April in Magdeburg wird ab dem 30. Juni die Robocup-Weltmeisterschaft in Leipzig ausgetragen – zuletzt war sie 2006 in Deutschland, damals in Bremen.

Dafür wurde fleißig getestet. Teams aus dem Rhein-Sieg-Kreis, aus Haan, Osnabrück und Fulda waren vertreten – aus Bonn nimmt die Bertolt-Brecht-Gesamtschule am Entscheid in Sankt Augustin teil, die aber für den Testlauf abgesagt hatte. Für zwei Disziplinen waren Anlagen aufgebaut: Neben den kleinen Fußballfeldern gab es Parcours mit schwarzen Linien auf weißem Untergrund: Die „Rescue“-Roboter mussten diesen Linien folgen, Hindernisse und Unterbrechungen meistern und schließlich Bälle erreichen, die es zu retten galt – das alles ohne Eingreifen der Erbauer.

Alexander (9), Yannis, Oliver und Victor (alle 10) vom Team Oyava gehören der Roboter-AG am CJD an. „Ich habe auf dem Christophorusmarkt gesehen, wie so ein Roboter vorgeführt wurde“, erzählte Alexander. Da war sein Interesse geweckt. Technikbegeistert sind die Jungs allesamt, und Lego mögen sie auch – da war die AG für sie ideal. An ihrem Robocup-Teilnehmer haben sie rund 30 Stunden lang gebaut und programmiert, und dafür auch einiges von ihrer Freizeit geopfert. „Man muss einen gewissen Preis zahlen“, sagte Alexander.

Reinigungsroboter oder Mülltonnen, die sich bedanken, das wäre ein interessantes Berufsfeld für ihn, sagte Yannis. Tabea Barteldrees, die als Betreuerin dabei war, ist da einen Schritt weiter. Die ehemalige CJD-Schülerin studiert Elektrotechnik an der Fachhochschule Bonn/Rhein-Sieg. (Stefan Knopp)