Verschollen über den Dächern der Stadt

Drohne in der Bonner City spurlos verschwunden

Bonn. Der Drohnenpilot Sebastian Heider hat am Mittwoch sein Modell über den Dächern der Bonner Innenstadt verloren, als er den Weihnachtsmarkt aufnehmen wollte. Im Internet sucht er nun nach Hinweisen.

Eine Drohne, die nicht mehr macht, was der Besitzer von ihr will und spurlos verschwindet. Das hat der Pilot Sebastian Heider aus Bonn erlebt, als er am Mittwoch die Kontrolle über seine "DJI Mavic Pro Platinum" in der Innenstadt verlor.

Heider war dort, um Aufnahmen vom Bonner Weihnachtsmarkt und dem dazugehörigen "City-Skyliner" zu machen. Dafür habe er die Erlaubnis des Ordnungsamts, der Polizei und auch der Universität eingeholt. Die Voraussetzung war, die Drohne nicht direkt über Passanten am Weihnachtsmarkt und in der Innenstadt zu manövrieren. Deshalb ließ er sich zwei Positionen vonseiten der Behörden absegnen: das Dach des Modehauses "Sinn" und das Dach der Bonner Universität.

300 Flüge, 45 Flugstunden und 400 Kilometer lagen hinter dem Flugobjekt. Das Fliegen ist nämlich nicht nur Heiders Hobby. Er erstellt beruflich für verschiedene Auftraggeber Luftaufnahmen. Der Flug über dem Modehaus "Sinn" lief laut Heider problemlos. Er entschied sich für die zweite Position und ging in den Bonner Hofgarten. Nachdem er die Drohne aufgebaut hatte, startete er sie und positionierte sie über der Uni in der Luft. "Irgendwann wurde mir bewusst, dass ich keine Kontrolle mehr hatte", sagte Heider auf GA-Anfrage.

Heider stellt Finderlohn zur Verfügung

Seit sieben Jahren fliegt er, aber das war ihm noch nie passiert. "Ich habe schon viele Flüge unternommen, deshalb weiß ich, was ich tue", so Heider. Eine Verbindung zwischen seiner Fernsteuerung und der 100 Meter entfernten Drohne bestand jederzeit, wie er sagt. Allerdings konnte er das 30 mal 30 Zentimeter große, ein Kilogramm schwere Flugobjekt nicht mehr vor und zurück bewegen. Zusätzlich driftete sie durch den Wind ab, was normalerweise nicht möglich ist, da sie durch einen Mechanismus die Position halten kann. Ebenso der Modus, die Drohne zurück zum Piloten fliegen zu lassen, funktionierte nicht.

Einen Tag nach dem Vorfall vermutet er einen Softwarefehler hinter der fehlenden Steuerungsmöglichkeit. Er verfasste einen Post auf Facebook und hofft, dass jemand die Drohne gefunden hat. Auch kontaktierte er bereits den Hersteller, um den Fehler zu melden.

Heider kann sich vorstellen, dass seine "DJI" entweder von jemandem aufgesammelt und mitgenommen wurde oder auf einem Dach feststeckt. Derzeit hat er das Dach der Universität Bonn im Blick, wo er die zwei letzten GPS-Daten bekam. Die Uni hat er kontaktiert, um vielleicht doch Informationen zum Verbleib seiner 1500 Euro teuren Drohne zu bekommen. Falls jemand das Flugobjekt gefunden hat, will Heider einen Finderlohn zahlen. Auf dem Gerät befindet sich ein Namensschild mit seiner Adresse und der Telefonnummer.

Drohnenpiloten müssen einiges beachten

"Der Modellflug ist nicht fehlerfrei", so Heider. "Wer damit fliegt, muss einige Regeln beachten." Theoretisch könne dadurch immer jemand verletzt werden. Das deutsche Luftverkehrsgesetz (Versicherungspflicht nach Paragraph 43 Abs. 2 des Luftfahrtverkehrsgesetzes) verpflichtet dazu, eine Versicherung abzuschließen. Ohne Versicherung drohen hohe Bußgelder.

Grundsätzlich gilt: Der Pilot darf seine Drohne nur in Blickweite führen. Verboten ist das Fliegen unter anderem über Industrie- und Bahnanlagen, Menschenansammlungen, Naturschutzgebieten und in Kontrollzonen von Flughäfen. Zudem muss jederzeit auf Wettereinflüsse und Hindernisse in der Flugbahn geachtet werden. Mit Versicherungsschutz ist eine Flughöhe von 100 Metern erlaubt. Nachts ist das Fliegen verboten. Es gibt allerdings bei Nachweis eines Drohnenführerscheins die Möglichkeit, sich Sondergenehmigungen einzuholen.