Bebauungsplan-Entwürfe für ein 17-stöckiges Hochhaus

Drei Varianten für das neue Bonn-Center

BONN. Das Bundesviertel gilt auf dem Büromarkt als Toplage. So will die Stadt auch das Grundstück des vor dem Abriss stehenden Bonn-Centers aufwerten. Der alte Bebauungsplan von 1968 gilt als überholt. Nun soll ein neuer auf den Weg gebracht werden, der der Art-Invest Real Estate Immobilien-Investment- und Projektentwicklungsgesellschaft mit Sitz in Köln die Chance bietet, einen Neubau am Bundeskanzler-Platz zu verwirklichen.

Kern der Beratungen, die Dienstag im Umwelt- und am Mittwoch im Planungsausschuss begonnen haben, sind drei Varianten für die Gestaltung der 22 000 Quadratmeter großen Fläche an der Reuterbrücke.

Dazu sollen nach Angaben der Stadt später auch an das Areal des Bonn-Centers angrenzende, öffentliche Verkehrsflächen der Kaiserstraße und des Straßburger Weges gehören, die in die Neustrukturierung des Standortes einbezogen werden sollen. Wie in solchen Verfahren üblich, können sich auch die Bürger über die geplante Neugestaltung und Entwicklung des Gebietes informieren und zu den Plänen äußern.

Oberstes Ziel ist laut Stadt eine städtebauliche Aufwertung, ein urbaner Campus soll es werden. Dafür haben die Planer in der Verwaltung drei Varianten erarbeitet.

  • Variante A: Ähnlich der heutigen Situation wird ein 17-stöckiges Hochhaus gebaut, das von zwei geschwungenen Baukörpern flankiert wird. Die bilden mit ihren zwischen vier und sechs Geschossen einen Übergang zur angrenzenden Wohnbebauung. "Die entstehenden Innenhöfe können als qualitätsvolle Ruhezonen oder als Atrien für Sonderfunktionen genutzt werden", so die Stadt. Bei dieser Variante wäre es auch denkbar, das jetzige Hochhaus saniert zu erhalten.
  • Variante B: Hier formen drei geschlossene Baukörper einen großen, herausgehobenen Platz an der Reuterstraße. Von dort führen Durchgänge in Richtung Westen und Süden. Dominierend bei den drei Gebäuden ist das 17-geschossige Hochhaus im Norden an der Reuterbrücke. Die beiden anderen sind so niedrig wie in Variante A und bilden erneut den Übergang zu den Wohnhäusern. Es könnte auch hier gestaltete Innenhöfe geben.
  • Variante C: Zwei Hochpunkte an der Bahntrasse und ein flacher Baukörper entlang der südlichen Grundstücksgrenze bilden eine offene Gebäudekomposition und formen einen großen Platz hin zur Reuterstraße. Die Gebäude variieren zwischen 17 Geschossen in der Ecke von Bahntrasse und Reuterbrücke, abgestuft über einen 13-geschossigen zentralen Hochpunkt und einer Bebauung mit vier Etagen im südöstlichen Bereich als Übergang zur Wohnbebauung. "Die beiden Hochpunkte können optional durch ein Sockelgeschoss verbunden werden und so ein gemeinsames Foyer ermöglichen", teilt die Stadt mit. Für Autos wird eine Tiefgarage gebaut, die - wie bereits heute - über den Straßburger Weg erschlossen wird. Vor allem sollen Büroräume entstehen, aber auch Gastronomie, ein Hotel oder Fitnessangebote sind nach Angaben der Verwaltung vorstellbar. Ein Freiraumkonzept soll es ermöglichen, dass sich Menschen auf dem urbanen Campus gerne aufhalten.

Nach Angaben von Art-Invest, existieren bislang noch keine konkreten Pläne oder auch Modelle zur Gestaltung der Neubauten. Die drei Varianten, von denen noch keine favorisiert wird, seien abstrakte Planungen, die mit der Stadt besprochen worden seien. "Wir sind stetig in Abstimmung", heiß es bei der Firma auf Anfrage.

Es gebe nun einen von Art-Invest und der Stadt ausgelobten Architektenwettbewerb, für den "international und national renommierte Architekten ausgewählt werden". Arne Hilbert, Niederlassungsleiter Köln bei Art-Invest, hofft, dass der Bebauungsplan zum Ende dieses Jahres verabschiedet werden kann.

Wie berichtet, steht das Bonn-Center nach dem Auszug der Deutschen Post 2011 überwiegend leer. Zu den bekanntesten der verbliebenen Mieter gehören unter anderem das Pantheon-Theater, das Bowlingcenter und ein Fitnessstudio.

Die Zukunft des Sterns

Mittlerweile steht fest, dass auch Mercedes-Benz - wie die anderen Mieter - vom Eigentümer des Bonn-Centers eine Kündigung erhalten hat. Das teilt Unternehmenssprecherin Konstanze Fiola mit.

"Das bedeutet aber nicht, dass der Stern direkt runtergeholt wird", teilt der Eigentümer Art-Invest mit. Vielmehr soll sich das Wahrzeichen bis zum favorisierten Abriss, also noch mindestens dieses Jahr, auf dem Dach drehen. Laut des Unternehmens sei vorstellbar, dass es auch auf dem Neubau wieder einen Stern geben werde. Das hänge allerdings von den künftigen Mietern ab.