Krankenhäuser

Drei Kliniken aus Bonn und der Region fusionieren

Erklären die Fusion der GFO-Kliniken: Birgit Terjung, Thorsten Schütze, Carola Tönnemann, Guido Gering, Daniela Kreuzberg, Hans-Joachim Ehrhardt und Thomas Scheck.

Erklären die Fusion der GFO-Kliniken: Birgit Terjung, Thorsten Schütze, Carola Tönnemann, Guido Gering, Daniela Kreuzberg, Hans-Joachim Ehrhardt und Thomas Scheck.

BONN. Marien-Hospital, Sankt-Josef-Hospital und Cura-Krankenhaus bilden einen Verbund. Das soll unter anderem Vorteile für die Patienten bringen. Personal soll nicht abgebaut werden.

Die GFO-Kliniken wollen mit einer weiteren Fusion dafür sorgen, dass die verschiedenen Klinik-Standorte in Zukunft stärker voneinander profitieren. Das Marien-Hospital auf dem Venusberg und das Sankt-Josef-Hospital in Beuel sind schon seit dem Jahr 2013 unter einem Dach vereint, nun ist mit Beginn des Jahres das Cura-Krankenhaus Bad Honnef hinzugekommen. „Für uns ist das ein wichtiger Schritt“, erläuterte Regionaldirektor Hans-Joachim Ehrhardt. Es seien weder Zusammenlegungen von Fachabteilungen geplant noch ein Personalabbau. Im Gegenteil: Im Klinikverbund mit gemeinsamer Geschäftsführung wolle man weiter wachsen, so Ehrhardt.

Die GFO-Kliniken in Trägerschaft der Gemeinnützigen Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe verfolgten mit diesem Schritt das Ziel, bessere Fortschritte in der Medizinentwicklung zu machen und Dienstleistungen für die Patienten zu verbessern. „Eine Zusammenarbeit gab es schon vorher. Wir wollen eine Weiterentwicklung dieser Zusammenarbeit erreichen“, sagte der Kaufmännische Direktor Thorsten Schütze. Die soll in den nächsten Jahren etwa die Chirurgie an den rechtsrheinischen Häusern, die Beatmungs-, Palliativ- und Altersmedizin betreffen.

Die Ärztlichen Direktoren der GFO-Kliniken, Birgit Terjung und Thomas Scheck, betonten, dass es keine Fusion „aus ökonomischen, sondern aus medizinischen Gründen ist“. Die Standorte blieben mit ihren 23 Fachabteilungen erhalten, aber es werde künftig einfacher, medizinische Daten auszutauschen, zu besprechen und damit die interdisziplinäre Zusammenarbeit zu verbessern. Ärzte könnten einfacher als bisher die Patienten an den drei beteiligten Krankenhäusern aufsuchen. Behandlungswege würden kürzer, Wartezeiten geringer, so die Hoffnung.

Personalverschiebungen nur im Notfall

Ein weiterer Grund für die Fusion sind gesetzliche Mindestanforderungen bei Behandlungen. Der Gesetzgeber schreibt beispielsweise bei speziellen Operationen eine Mindestanzahl pro Jahr vor. Sie soll die Qualität des Eingriffs durch die nötige Routine sicherstellen.

Pfleger bleiben grundsätzlich an ihren bisherigen Standorten. Die Pflegedirektoren Carola Tönnemann und Guido Gering erklärten allerdings, dass es in Notfällen wie Grippewellen zeitlich begrenzt zu Verschiebungen kommen kann. Jedoch nur nach Absprache. Tönnemann erhofft sich auch für die 175 Pfleger in Ausbildung ein attraktiveres Arbeitsumfeld, „weil das Spektrum der Arbeit breiter wird“.

Insgesamt arbeiten für die GFO-Kliniken an den drei Standorten knapp 2000 Mitarbeiter. Nach Auskunft des Regionaldirektors wurden an den beiden Standorten Marien-Hospital und Sankt Josef in den Jahren 2016 und 2017 insgesamt 90 Vollkräfte eingestellt. Damit gehört der Verbund zu den großen Arbeitgebern in der Region. Jährlich versorgen die Häuser 40 000 Patienten stationär und 80 000 Patienten ambulant. Die Trägergesellschaft betreibt insgesamt 41 Einrichtungen. Neben Kliniken handelt es sich um Häuser der Altenhilfe, Kinder- und Jugendhilfe und Bildungseinrichtungen. Da es sich um eine gemeinnützige Gesellschaft handelt, fließen Gewinne in den Ausbau der Standorte. Die Zentrale ist Troisdorf-Spich. Abteilungen wie der Einkauf oder die Apotheke arbeiten von dort.