Haus der Springmaus

"Double Drums" liefern Bilder auf einen Schlag

ENDENICH. Die Abteilung "Weltmusik" findet sich nicht selten weiter hinten; in irgendeiner abgelegenen Ecke. Und ebenso häufig lässt die "Ordnung der Welt" dort ziemlich zu wünschen übrig. So dass Alexander Glöggler und Philipp Jungk vom Duo "Double Drums" nun womöglich pikiert sein könnten, diesem Genre zugerechnet zu werden.

Sollten sie aber nicht, denn das ist an dieser Stelle zweifelsohne als Kompliment gemeint. Weil die Bilder, die sie auf einen Schlag malen oder auch der Film, den sie im Kopf des einen oder anderen Zuschauers laufen lassen, höchst inspirierend sein können.

"Circles" heißt das neue Album der beiden, das sie jetzt bei ihrem dritten Auftritt im Haus der Springmaus vorgestellt haben: eine Mischung aus Höhepunkten ihrer bisherigen Zusammenarbeit sowie neuen Arrangements.

Man könnte auch sagen, Glöggler und Jungk schlagen auf alles drauf, was ihnen nicht entkommt - und das ist gut so. Kochtöpfe, Umzugskartons? Kein Problem! Ein Instrument ist, was man dazu macht.

Das muss man allerdings können, und sie waren nicht umsonst Meisterschüler an der Hochschule für Musik in München und Stipendiaten des von Sir Yehudi Menuhin gegründeten Vereins "Live Music Now".

Noch dazu wurden sie 2010 mit dem Bayerischen Kunstförderpreis ausgezeichnet. Würde er in einer Schachtel überreicht, käme wohl auch die im Programm vor. Wie bei "Alpha" zum Beispiel, dem Tribut an alle Sci-Fi-Klassiker, während auf der Leinwand hinter einer beachtlichen Kulisse von "Schlagwerk" aller Art ein paar (atmo)sphärisch stimmige Bilder aus dem All vorüberziehen und mit der Tonkulisse zu einer untrennbaren Einheit verschmelzen.

Bevor das Stück "Mit dem Eisbrecher durch die Antarktis" die überirdische Schönheit in Weiß und Blau hörbar macht. Im Baumarkt wiederum können sich die zwei Percussionisten nach Herzenslust austoben. In Bonn dürfen sie das übrigens auch. Jederzeit gern wieder.