Schwangerschaftsberatung

Donum Vitae in Bonn sucht neuen Vorstand und junge Aktive

Luzia Wörle macht Schwangerschaftsberatung bei Donum Vitae.

Luzia Wörle macht Schwangerschaftsberatung bei Donum Vitae.

Bonn. Die Beratungsstelle Donum Vitae bietet Hilfe und Beratung bei Konflikten in der Schwangerschaft an. Für den Regionalverband gibt Hildegard Rometsch nun ihren Vorsitz auf. Sie sieht es als Chance, dass sich der Verband nun verjüngen kann.

Die junge Frau in der Schwangerenberatung weiß, dass ihr zweites Kind schwerstbehindert zur Welt kommen wird. „Sie wirkt sehr stark. Sie will auch dieses Kind unbedingt bekommen“, erläutert Luzia Wörle. Sie ist als Sozialpädagogin in der staatlich anerkannten Beratungsstelle Donum Vitae auf schwierige Fälle der Pränataldiagnostik spezialisiert.

„Oft kommt für betroffene Frauen eine Hiobsbotschaft nach der anderen“, so Wörle. Verzweifelt riefen die Frauen dann auch spontan an. Gemeinsam suchten sie nach Kraftquellen: „Das kann der Zusammenhalt in der Familie und im Freundeskreis sein. Oder auch der Glaube.“ Der Schwangeren hat Wörle heute klar gemacht, welche Vorbereitungen sie für das behinderte Kind auch im Haushalt treffen muss. „Sie macht sich vor allem Sorgen, wie ihr erstes Kind reagieren wird. Dann fließen auch schon mal Tränen.“

Ihr tue Manches auch selbst im Herzen weh, sagt Wörle leise, während nebenan ihre Kollegin Catharina Backes von ihrer Flüchtlingsarbeit zurückkehrt. Backes betreut derzeit 20 meist syrische Schwangere, die hier ohne die tragenden Strukturen ihrer Heimat nach Orientierung suchten. „Ich stelle den Kontakt zur Hebamme und zu den Behörden her“, sagt Backes. Schwierig sei besonders die Phase, wenn Flüchtlinge anerkannt seien, aber das Jobcenter noch keine Krankenversicherung ausgestellt habe.

17 Jahre erfolgreich in Bonn und Hennef

Donum Vitae heißt wörtlich übersetzt „Geschenk des Lebens“. Der von katholischen Laien gegründete Bundesverband setzt sich „auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes für den Schutz des ungeborenen Lebens und für die Würde von Frau, Mann und Kind“ ein. Die staatlich anerkannten Beratungsstellen sind auch berechtigt, den gesetzlich geforderten Nachweis auszustellen.

Man arbeite seit nunmehr 17 Jahren erfolgreich in Bonn sowie Hennef, betont Hildegard Rometsch, Vorsitzende im Regionalverband. Die Palette ihrer Dienste ist breitgefächert: von der sexualpädagogischen Arbeit in Schulen, über Verhütungs- bis zur Kinderwunschberatung. Donum Vitae leiste dabei eine Anwaltschaft für Mutter und Kind. Jede Beratung sei aber ergebnisoffen, betont Rometsch.

„Wir unterstützen Frauen unabhängig von Nationalität und Religionszugehörigkeit dabei, eine eigenverantwortliche Entscheidung zu treffen.“ Egal wie sie sich entschieden, man begleite sie auf Wunsch auch weiter. Die Berater unterliegen der Schweigepflicht, jede Beratung ist kostenlos. Leider geistere in vielen Köpfen ein einseitiges Bild des Verbands herum, bedauert Rometsch.

2006 hatte die Deutsche Bischofskonferenz erklärt, sie halte die Mitarbeit in Donum Vitae und bestimmte Dienste innerhalb der Katholischen Kirche für unvereinbar. „Der Konflikt mit der Kirche ist noch nicht gelöst. Wir arbeiten aber weiter auf christlicher Grundlage“, so Rometsch, die Mitte Oktober nach 14 Jahren Vorstandsarbeit ausscheiden möchte. „Wir wollen uns verjüngen und würden uns über weitere Aktive freuen.“