Koalition plant Verkauf

Doch kein Pop-Zentrum im Alten Schlachthof in Bonn?

Der alte Schlachthof an der Immenburgstraße ist verlassen und verwahrlost.

Der alte Schlachthof an der Immenburgstraße ist verlassen und verwahrlost.

Bonn. CDU, FDP und Grüne in Bonn wollen den Alten Schlachthof, der seit Jahren verfällt, verkaufen. Einen Interessenten gibt es bereits: die Stadtwerke Bonn. Ein geplantes Pop-Zentrum würde dann an anderer Stelle gebaut werden.

Seit Jahren gammelt das Gelände des früheren Schlachthofs an der Immenburgstraße vor sich hin. Nun soll noch in diesem Jahr eine Entscheidung fallen, wie es mit dem Areal in der Weststadt weitergeht. Nach derzeitigem Stand wollen die Stadtwerke Bonn (SWB) das Gelände von der Stadt kaufen. Die Ratskoalition aus CDU, Grünen und FDP steht der Kaufabsicht positiv gegenüber, wie ihre Spitzen am Mittwoch erklärten. Die Pläne für ein Zentrum für Popmusik dort wären damit obsolet.

Zwar stünden noch Gespräche mit den SWB und der Gruppe um Holger Jan Schmidt aus, die das Pop-Zentrum – eine Konzerthalle mit rund 1700 Stehplätzen, ein Club-Foyer und Proberäume – dort betreiben will. Klaus-Peter Gilles, CDU-Fraktionschef und Aufsichtsratsvorsitzender des SWB-Konzerns, macht keinen Hehl daraus, dass er die Kaufabsicht der SWB gutheißt und davon offensichtlich auch die Koalitionspartner überzeugen konnte. Schließlich wollten die SWB laut Gilles nicht nur das Schlachthof-Gelände, sondern die gesamte Immenburgstraße „qualitativ“ weiterentwickeln.

Stadtwerke wollen das brachliegende Areal kaufen

„Es geht darum, wie dieser Bereich mit hochwertiger Gewerbe- und Bürobebauung weiterentwickelt werden kann“, sagte Gilles. Dabei könne das Konzept für das Musik-Zentrum durchaus Berücksichtigung finden. Überlegt werde, es weiter westlich am Rand der Immenburgstraße zu integrieren. Es hänge nun davon ab, ob die potenziellen Betreiber noch Interesse an der Verwirklichung hätten.

 

Details zu den Plänen der SWB konnte Gilles noch nicht nennen. „Das werden unsere Gespräche mit den SWB ergeben.“ Und die sollen laut Hartwig Lohmeyer (Grüne) und Werner Hümmrich (FDP) noch vor der Sommerpause geführt werden. „Wir müssen das gesamte Areal betrachten, nicht nur den Schlachthof“, sagte Gilles, der sich für den hinteren Bereich der Gewerbebrache auch die Unterbringung von technischen Anlagen vorstellen könne. Etwa zur CO2-Reduzierung der MVA-Rauchgase, an die über kurz oder lang kein Weg vorbeiführen werde.

Holger Jan Schmidt sagte dem GA auf Nachfrage, er sei grundsätzlich für Gespräche bereit. Es sei unerheblich, ob das Pop-Zentrum auf dem Schlachthof-Areal oder „50 Meter weiter weg“ entstehen könne. Er erinnerte daran, dass „wir schon mehr als sieben Jahre darüber Gespräche führen“.