Demokratie-Fest auf dem Marktplatz

Diskussion mit GA-Chefredakteur zum Thema Lügenpresse

GA-Chefredakteur Helge Matthiesen spricht auf dem Demokratriefest 2019 in Bonn.

GA-Chefredakteur Helge Matthiesen spricht auf dem Demokratriefest 2019 in Bonn.

BONN. Ein Grundpfeiler des Grundgesetzes ist die Pressefreiheit. Wie frei ist die Presse und was dürfen Journalisten in Zeiten der Datenschutzgrundverordnung? Zu diesen Fragen bezog GA-Chefredakteur Helge Matthiesen Stellung.

Ein Grundpfeiler des Grundgesetzes ist die Pressefreiheit. Wie frei ist die Presse und was dürfen Journalisten in Zeiten der Datenschutzgrundverordnung? Antworten auf diese und weitere Fragen gaben Volontäre, Auszubildende und Redakteure des General-Anzeigers im Presse-Pavillon. Bei einem Quiz konnten die Besucher entscheiden, welche Bilder veröffentlicht werden dürfen und wo in die Persönlichkeitsrechte eingegriffen wird. Anhand einer Weltkarte informierten die Volontäre außerdem, in welchem Land die Pressefreiheit bedroht ist. "Viele Besucher waren sehr erstaunt, dass es derzeit in Amerika große Einschränkungen gibt", erklärte GA-Volontär Dennis Sennekamp.

Die Medienlandschaft hat sich seit der Verabschiedung des Grundgesetzes enorm verändert. Neben den "klassischen" Informationsquellen gewinnen die sozialen Medien immer stärker an Bedeutung. Was ist fake und was real? Die Verbreitung von Falschmeldungen, Hasskommentaren und menschenverachtenden Äußerungen ist kaum zu stoppen. Gleichzeitig wird es immer schwieriger zu erkennen, welche Nachrichten seriös und belegbar sind und welche gezielt zur Meinungsmache verbreitet werden. Aber woran lässt sich eine Falschmeldung enttarnen?

"Eine seriöse Berichterstattung basiert nicht nur auf einer einzigen Quelle", erklärte GA-Chefredakteur Helge Matthiesen bei einer Diskussionsrunde zum Thema Lügenpresse. "Wir sichern unsere Informationen immer durch eine zweite, manchmal auch eine dritte Quelle ab." Schließlich würden verschiedene Personen Ereignisse mitunter vollkommen anders bewerten.

Berichterstattung und Meinungsäußerung müssen getrennt sein

"Wer einmal vor Gericht Zeugenaussagen verfolgt hat, der weiß, dass es unterschiedliche Schilderungen eines einzigen Sachverhaltes gibt." Trotz aller Sorgfaltspflicht müssten Journalisten schnell, tagesaktuell und dennoch auf der Grundlage gesicherter Informationen agieren. "Daher dürfen sie morgen klüger sein als heute. Es passiert durchaus, dass ich heute noch nicht so schlau wie morgen bin", so Matthiesen.

Wichtig sei zudem die Qualität der Medien. Neben einer sauberen Trennung zwischen Berichterstattung und Meinungsäußerung hätten Journalisten vor allem die Aufgabe, gesicherte Informationen verständlich aufzubereiten. Außerdem dürfe nichts aus dem Zusammenhang gerissen werden. "Wir müssen täglich beleg- und überprüfbare Fakten liefern, damit sich der Bürger seine eigene Meinung bilden kann", stellte er den Anspruch an Qualitätsjournalismus vor. Nur so hätten die Medien einen Mehrwert für den Nutzer.

Dennoch ist es nicht leicht, Falschmeldungen und Gerüchte gleich auf den ersten Blick zu enttarnen. "Der beste Weg ist, sich aus verschiedenen Medien zu informieren", empfahl Hege Matthiesen. Denn niemand habe den alleinigen Anspruch auf die einzige Wahrheit. "Jeder blickt aus unterschiedlichen Blickwinkeln auf ein Ereignis. Man muss als Nutzer kritisch bleiben."