Bonner Spendenparlament

Diskussion über "inklusives Angeln"

Abgestimmt wird im Spendenparlament, welches Projekt wie viel Geld erhält. FOTO: BARBARA FROMMANN

Abgestimmt wird im Spendenparlament, welches Projekt wie viel Geld erhält. FOTO: BARBARA FROMMANN

BONN. Über zehn Anträge auf Fördermittel hatte das Bonner Spendenparlament auf seiner 13. Parlamentssitzung im Plenarsaal des Bundesrates abzustimmen.

Rund 100 von insgesamt 420 Mitgliedern waren gekommen und hatten nach Vorstellung der Projekte durch die Träger darüber zu entscheiden, ob sie dem jeweiligen von der Finanzkommission des Spendenparlaments vorgeschlagenen Förderbetrag zustimmen. "Ihre Stimme entscheidet mit über die Unterstützung sozialer Vorhaben", betonte Rita Koch, Präsidentin des Spendenparlaments.

Neben Zustimmung oder Ablehnung hatten die Parlamentarier auch die Möglichkeit, den empfohlenen Förderbetrag zu reduzieren oder einen Antrag auf Erhöhung des Förderbetrages um bis zu 20 Prozent zu stellen. "Bei Ablehnung des Projekts fließen die Mittel in den Fördertopf zurück und werden bei der nächsten Sitzung wieder bereitgestellt", erklärte Koch.

Dies kam jedoch nicht vor, im Gegenteil: Bei vier von zehn Projekten beschloss das Parlament eine Erhöhung der Fördersumme um 20 Prozent, so auch beim ersten an diesem Abend vorgestellten Projekt: Der empfohlene Förderbetrag von 4480 Euro für einen vom Verein Abenteuer Lernen organisierten wöchentlichen Werkstatt-Treff für Flüchtlinge wurde auf 5376 Euro erhöht.

Oftmals wurde die vom Parlament angebotene Erhöhung des Spendenbetrages von den Antragstellern aber auch abgelehnt, so zum Beispiel von der Bonner Tafel. Diese erklärte, die zweckgebundene Fördersumme in Höhe von 4274,58 Euro entspreche genau dem, was sie für den notwendigen Ausbau ihrer Lebensmittelausgabestelle benötigt.

Jeder Verein konnte drei Minuten lang sein Projekt vorstellen. Anschließend war die Fragerunde eröffnet, zum Teil wurde auch kontrovers diskutiert. So löste beispielsweise ein Antrag des Vereins "Gemeinsam leben - Gemeinsam lernen" für ein inklusives Angelprojekt eine Diskussion aus, ob Angeln eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung sei.

Letztendlich stimmte das Parlament zu, das Projekt für Kinder mit und ohne Behinderung mit 3500 Euro zu fördern. Alle an diesem Abend gestellten Förderanträge hatten die Zustimmung der Parlamentarier erhalten, so dass zehn soziale Projekte mit einem Fördervolumen von insgesamt 42.000 Euro verabschiedet werden konnten.

Neben den bereits genannten Projekten wurden gefördert: eine von der Caritas organisierte Kanu-Freizeit in Schweden für Jugendliche aus sozial schwachen Verhältnissen mit 3100 Euro, ein Kurs der evangelischen Lukaskirchengemeinde zur Schulung von Helfern, die sich um an Demenz erkrankte Personen kümmern (2822 Euro), ein dreitägiges Gewaltpräventionstraining an der Elisabeth-Selbert-Gesamtschule (6480 Euro), ein Musicalprojekt des Vereins "Kleiner Muck" mit Kindern aus schwierigen Familienverhältnissen (5000 Euro), vom Post-Sportverein Bonn organisierte Sportangebote für Flüchtlinge (6000 Euro), von der Studenteninitiative Weitblick organisierte Lernpatenschaften (3738 Euro) und ein vom Verein YASA organisierter Sprachkurs für syrische Flüchtlinge (1620 Euro).