Abbruch an Bonner Siemensstraße

Dieser Kamin wollte einfach nicht umfallen

Der größte Teil des Hauses an der Siemensstraße war schon weg, aber der stabile Kamin wollte zunächst einfach nicht fallen.

Der größte Teil des Hauses an der Siemensstraße war schon weg, aber der stabile Kamin wollte zunächst einfach nicht fallen.

Dransdorf. Bei Abbrucharbeiten an der Siemensstraße lief fast alles wie am Schnürchen. Fast - denn ein Kamin wollte einfach nicht umfallen. Damit er am Ende nicht noch jemandem Schaden zufügt, wurde der Bereich zeitweise gesperrt.

Es gibt Abbrucharbeiten, die laufen komplikationsloser: Dass die Reste des alten Hauses an der Siemensstraße 243, kurz vor der Sankt Antonius-Kirche, nicht dazu gehören, wird nach einem Blick auf die Baustelle deutlich, aus der in der vorigen Woche noch der alte Kamin wie ein Zahn herausragte.

Dieser war offenbar so stabil, dass er beim Abbruch einfach nicht umfallen wollte. Am Freitag vorletzter Woche habe es deshalb einen Einsatz des Ordnungsamtes gegeben, und am Samstag darauf sei sogar die Feuerwehr mit der Drehleiter da gewesen, um den Kamin umzureißen, erzählt eine Nachbarin. Ohne Erfolg allerdings, der Kamin wollte einfach nicht umfallen.

Wenn er es doch noch täte und in Richtung Siemensstraße kippen würde, wäre die Gefahr für Mensch und Material nicht auszuschließen. Deshalb hat die Stadt aus Vorsichtsgründen dafür gesorgt, dass entsprechende Absperrungen installiert wurden. Die Siemensstraße konnte an dieser Stelle deshalb nur einspurig passiert werden, weil die Sperrbaken eine Fahrbahnseite einnehmen.

Die Stadt bestätigte die Beobachtungen. Das Ordnungsamt habe die Feuerwehr-Drehleiter angefordert, um die Standsicherheit des Schornsteins zu prüfen, berichtete eine Sprecherin des Presseamtes. Der Versuch, ihn von dort aus in einen sicheren Bereich umzustoßen, gelang allerdings nicht.

Sperrung aus Vorsicht

Weil der Feuerwehr-Mitarbeiter im Korb der Drehleiter die Überzeugung gewann, der Kamin sei instabil und könne im ungünstigsten Fall auf die Fahrbahn stürzen, wurde der Bereich dann vorsichtshalber abgesperrt.

Laut Presseamt hatte das Bauordnungsamt Kontakt mit dem Bauherrn beziehungsweise dem Statiker aufgenommen. Die Niederlegung des Kamins durch eine Fachfirma sollte bis spätestens Dienstag, 13. August, erfolgen, kündigte die Sprecherin an.

In der Tat ging es dann doch schneller, und der Schornstein wurde am Freitag zum Umsturz gebracht. Nun können auch die Abbrucharbeiten fortgesetzt werden. Geplant ist, dass in der Baulücke ein Mehrfamilienhaus für drei Parteien errichtet wird.