Historie der stärksten Beben

Diese Erdbeben erschütterten Bonn und die Region

Übersicht über die Erdbeben-Regionen in Bonn und der Region seit 1980.

Übersicht über die Erdbeben-Regionen in Bonn und der Region seit 1980.

Bonn. Das bisher stärkste Erdbeben des Jahres in NRW wurde am Mittwochabend nahe Köln gemessen. Es war nicht das erste Mal, dass in der Region die Erde bebte.

Am Mittwoch, 8. November dieses Jahres, wurde ein Erdbeben der Stärke 2,7 im Rheinland gemessen. In Nordrhein-Westfalen gilt es bisher als das stärkste des Jahres.

Regelmäßig versetzen Erdbeben das Leben in Ausnahmezustand – häufig mit verheerenden Folgen, wie beispielsweise in Japan 2011 und in Indonesien am zweiten Weihnachtstag im Jahr 2004. In beiden Fällen forderte ein durch das Beben ausgelöster Tsunami Hunderttausende Todesopfer.

Auch das Rheinland wurde die Bevölkerung schon durch Beben verschiedener Stärken in Aufruhr versetzt – jedoch in weitaus geringerem Ausmaß als beispielsweise in den Pazifikregionen. Wie Seismologen erklären, zählt die Kölner Bucht zur rheinischen Erdbebenzone, die zu den gefährdetsten Bereichen Deutschlands gehört. Wir geben einen Überblick, wann in der frühen Vergangenheit Erdbeben Bonn und die Region verhältnismäßig stark erschüttert haben:

Die stärksten Erdbeben in Bonn und der Region

1 13. April 1992

In jüngster Vergangenheit schrieb das Erdbeben in den frühen Morgenstunden des 13. Aprils 1992 Geschichte. Mit Magnitude 5,9 zählt es zu den stärksten Erdbeben in Deutschland. Das Epizentrum wurde in der niederländischen Stadt Roermond, nur wenige Kilometer von der deutschen Grenze entfernt, geortet. Tausende Gebäude wurden beschädigt, teilweise schwer. Die Schäden waren enorm. Dutzende Menschen wurden durch herabstürzende Trümmer verletzt. In Bonn starb eine 79-jährige alleinlebende Frau vor Aufregung an einer Herzattacke. Nachbeben folgten über viele Monate, selbst bis London und Norditalien waren die Erdstöße zu verspüren.

Das Epizentrum des Erdbebens lag in den Niederlanden.

Das Epizentrum des Erdbebens lag in den Niederlanden.

 

2 22. Juli 2002

Am Morgen des 22. Julis 2002 um 7.41 Uhr erschütterte ein Beben das Rheinland. Es war auch noch in Teilen des Ruhrgebietes spürbar. Das Epizentrum lag 14,4 Kilometer tief unter der Erde zwischen Alsdorf und Übach-Palenberg. Eine Stärke von 5,0 wurde gemessen. Menschen wurden nicht verletzt, jedoch gab es einige Sachschäden an Gebäuden.

3 3. August 2007

Am sehr frühen Morgen wurden Menschen am 3. August 2007 teilweise aus dem Schlaf gerissen: Grund war ein Erdbeben der Stärke 3,9 mit dem Epizentrum in Plaidt. Die Stöße wurden deutlich bis nach Bonn und den Rhein-Sieg-Kreis gespürt.

4 1950 und 1951

Zwei Jahre in Folge erschütterten Erdbeben in Euskirchen ganz Westdeutschland. Zunächst wurden im Jahr 1950 mehrere Beben bis zur Stärke 4,7 gemessen, dessen Erschütterungen im gesamten Westen des Landes zu spüren war. Sachschäden wurden aus Euskirchen, Mechernich und Krefeld vermeldet, verletzt wurde niemand.

Ein Jahr später, 1951, bebte die Erde in derselben Region erneut – und war diesmal bis in den Osten Deutschlands zu spüren. Es entstanden erhebliche Schäden durch das Erdbeben der Stärke 5,1. Mehrere Gebäude stürzten teilweise ein, Mauern und Schornsteine brachen zusammen und viele Häuser wiesen Risse im Gemäuer auf. Mehrere Personen wurde verletzt

Erdbeben in der Niederrheinischen Bucht seit 1980

Wie Claus Fleischer, technischer Angestellter der Erdbebenstation Bensberg, auf GA-Anfrage mitteilte, kommt es regelmäßig zu Erdstößen in der rheinischen Region. "Entlang des Rhein befindet sich eine Schwächezone, die sich in der Region der Niederrheinischen Bucht weiter ausbreitet", so der Experte. Am häufigsten treten Erdbeben zwischen zwei Kontinentalplatten auf. Der für die Rheinische Bucht nächste Punkt liegt südlich von Italien, wo die afrikanische und eurasische Platte aufeinander treffen. Der Druck eines solchen Bebens wird weitergeleitet und in die Schwächezonen – wie auch entlang des Rheins – entladen. Die Farbe Gelb zeigt die Herdtiefen bis zu zehn Kilometer an, Grün zehn bis 15 Kilometer, Rot 15 bis 20 Kilometer und Blau über 20 Kilometer Tiefe. Die Karte zum Zoomen gibt es hier.

Übersicht über die Erdbeben-Regionen entlang des Rheins seit 1980.

Übersicht über die Erdbeben-Regionen entlang des Rheins seit 1980.

 

Übersicht über die Erdbeben-Regionen in Bonn und der Region seit 1980.

Übersicht über die Erdbeben-Regionen in Bonn und der Region seit 1980.

 

 

Das in der Geschichte Deutschlands bisher stärkste und verheerendste Erdbeben ereignete sich im Jahr 1756 bei Düren, am Rande der Eifel. Am 18. Februar 1756 erschütterte dort ein Beben der Stärke 6,4 die Erde. Vier Menschen starben. Es kam zu erheblichen Sachschäden, Hunderte von Schornsteinen stürzten ein.