Entbindungen in Bonn

Die meisten Kinder werden im Marien-Hospital geboren

BONN. Bei der Zahl der Geburten in Bonn hat das Marien-Hospital die Nase vorn. Mit 2211 Entbindungen wurden dort 2014 mit Abstand die meisten Babys auf die Welt gebracht. Für dieses Jahr erwartet Professor Volker Pelzer, Chefarzt der Geburtshilfe, zwischen 2200 und 2250.

"Dabei hatten wir wegen der Renovierung der Geburtsstation eigentlich mit weniger Geburten gerechnet." Direkt hinter dem Marien-Hospital folgt die Uniklinik mit 1614 Geburten im Jahr 2014, im Gemeinschaftskrankenhaus waren es 556. Dort deutet sich für 2015 eine weitere Steigerung an: Allein bisher gab es schon 456 Geburten. Das sind 38 mehr als von Januar bis Ende September des vergangenen Jahres. 482 Kinder erblickten im Malteser Krankenhaus das Licht der Welt.

Dass es viele werdende Mütter nach Bonn zieht, begründet Pelzer vor allem mit dem guten geburtshilflichen Angebot der Stadt. Auch das Wissen um die Kinderklinik und die damit verbundene Sicherheit in seinem Haus spiele eine Rolle, so der Chefarzt. Das bringe auch viele Frauen aus dem Umland dazu, in Bonn zu entbinden. Eine Einschätzung, die auch Eva Keller, Pressesprecherin des Malteser Krankenhauses, teilt.

Grundsätzlich steigt laut Pelzer aber auch die Bereitschaft, wieder mehr Kinder zu bekommen. "Es ist entspannter geworden", sagt der Chefarzt . "Wir haben inzwischen wieder häufiger Familien, die zwei bis drei Kinder möchten. Die Familien mit nur einem Kind nehmen ab." Bis vor sechs Jahren habe das noch anders ausgesehen. "Damals hatten viele Familien entweder nur ein oder gar kein Kind." Die steigende Zahl an Flüchtlingen spiele in der Statistik noch kaum eine Rolle, so Pelzer. "Aber wir bereiten uns darauf vor und sind auch in Gesprächen mit der Stadt."

Ob bei der steigenden Geburtenzahl auch die Kinderfreundlichkeit der Stadt Bonn entscheidend ist, können die Kliniken nur vermuten. Laut Eva Keller könnten auch die ansässigen Großkonzerne und Bundeseinrichtungen eine Rolle spielen, die familienfreundliche Arbeitsplätze etwa dank flexibler Arbeitszeiten böten. Für Pelzer ist zudem Geld ein Faktor. "Vom Gefühl her ist Bonn kinderfreundlich. Auch weil relativ viele wohlhabende Menschen hier leben", sagt er.

Der stellvertretende Chefarzt der Neonatologie des Marien-Hospitals, Nico Hepping, ergänzt: "Dadurch geht es bei den Familien meist nicht ums Geld, sondern darum, ob sie wirklich Kinder möchten."